Boyer Traditionsfirma Brockmann insolvent. 1947 gegründet.

Nach dem Fahrrad- und Nähmaschinen-Händler Beelert, der Anfang April seinen Betrieb aufgab, steht jetzt möglicherweise das Ende eines weiteren Bottroper Traditionsunternehmens bevor - und zwar wegen wirtschaftlicher Probleme: Die beiden Boyer Firmen Johannes Brockmann GmbH & Co. KG und Brockmann Fenster und Türen GmbH & Co. KG haben laut WAZ Insolvenz angemeldet.

Die Geschichte dieser mittelständischen Firmen, die zu den größten Arbeitgebern in der Boy gehörten und heute knapp 180 Mitarbeiter zählen, beginnt 1947. Damals, noch vor der ……………………………(Ausriss: Anzeige aus dem Jahr 1970) Währungsreform ein Jahr später, gründet Johannes Brockmann sen. eine Tischlerei an der Heimannstraße (sie geht, aus Richtung Stadt gesehen, links vor dem Boyer Markt von der Horster Straße ab).

Aus diesen kleinsten Anfängen entwickeln sich im Laufe der Zeit zwei Fabriken an der Heimannstraße und an der Weusterstraße (dort dreht sich das weithin sichtbare Windrad). Die Informationen über die Firmengeschichte sind allerdings recht dürftig. Die Firmen selbst beschränken sich auf die Historie der Küchenfertigung, die 1964 mit der Serienherstellung von Spüluntertischen eine entscheidende Etappe erreicht. 1968 stellt Brockmann das erste komplette Küchenprogramm vor.

Nach dem Tod von Johannes Brockmann sen. übernehmen Johannes und Josef Brockmann das Unternehmen, das um die Jahrtausendwende den Küchenexport nach Belgien, nach Holland und in die Schweiz aufnimmt. Die Küchensparte konnte jahrelang trotz vieler Optimierungsprogramme die angestrebten Ertragsziele offenbar nicht erreichen.

Die profitable Fenster- und Türenfirma habe sich, so berichtet die WAZ mit Hinweis auf Unternehmensangaben, in den letzten Jahren sehr erfolgreich behauptet und habe momentan so viele Aufträge, dass das Werk für mehrere Monate ausgelastet gewesen wäre. Aber das Geld hat für die weitere Produktion offenbar nicht mehr gereicht. So müsse nun ein Insolvenzverwalter ermitteln, wie es mit den Boyer Firmen weitergehen könnte.

Seit 1947 hätten, so berichtet das Unternehmen stolz, 300 Tischler und Kaufleute ihren Beruf in der Firma erlernt. Rund ein Drittel der heutigen Belegschaft stamme aus der eigenen Ausbildung. Was nun aus allen Mitarbeiter wird, muss sich erst noch zeigen.

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