SOMMERSERIE (6). Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

Bottrop im Sommer 1919 – das ist aber nicht nur Not und Elend, das ist auch Kultur. So hat sich gerade der „Bücher- und Bildungsverein“ gegründet, um „die Schätze unserer schönen Literatur dem Volke zu erschließen“. Der “Freie Bildungsverein” stellt gleichzeitig sein neues Programm unter dem Motto „Meisterwerke erzählender Kleinkunst“ vor. Und der Bottroper Musikverein lockt Gewerkschaftsmitglieder zu einem Vorkonzert mit Haydns “Die Schöpfung” (oben).

Nicht zu vergessen: die Bottroper Volkshochschule. Bei dieser Einrichtung der Erwachsenenbildung spielt Bottrop – heute kaum noch vorstellbar – deutschlandweit eine Vorreiterrolle. Die erste Volkshochschule in Deutschland ist laut Wikipedia die 1902 gegründete Freie Hochschule Berlin. Die meisten Gründungen gibt es aber erst nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 mit dem Ziel, die breite Bevölkerung besser zu bilden, die zuvor von der Bildung ausgeschlossen war. Am 1. Juni 1919 sind in Deutschland denn auch erst 26 Volkshochschulen bekannt – eine davon in Bottrop. Sie bietet im September 1919 ihre ersten 13 Vortragsreihen an: von der „Ballade in der deutschen Dichtung“ bis zur „Einführung in die Biologie“.

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