SOMMERSERIE (7). Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

Lebensmittel sind im Sommer 1919 nicht nur in Bottrop knapp. Überall in Deutschland sind sie wenige Monate nach Kriegsende rationiert. Andere Dinge des täglichen Lebens liegen zwar in den Geschäften, doch die Preise stehen in keinem Verhältnis zu den Löhnen. So bekommt ein Straßenbahnfahrer der Vestischen Kleinbahnen aktuell mit 400 Mark im Monat zwar etwas mehr Lohn – aber nur, weil das Personal mit Streik gedroht hat.

Doch was kann man für 400 Mark kaufen? Die Anzeigen des „Bazars H. Fürst“ an der Gladbecker Straße 3 (links) geben nicht nur interessante Einblicke in die Warenwelt des Jahres 1919, sondern zeigen auch indirekt die Armut auf, in der viele Menschen leben. Denn längst nicht alle haben Arbeit und 400 Mark im Monat zur Verfügung. Das „Spezialhaus für Hausgeräte, Galanterie und Spielwaren“ bietet während seiner „Fünf billigen Tage“ Ende Juli Kleiderbürsten für 3,95 Mark, 3 Rollen Klosettpapier für 1,38 Mark und einen kleinen Kochtopf (mit Deckel) für 11,20 Mark an. Das ist selbst vergleichen mit unseren Teuro-Zeiten ein extrem hohes Preisniveau.

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