2002: In Bottroper Briefkästen landet historische Wahlwerbung. Die heutige 1,8-%-Partei will 18 % erreichen.

Vor neun Jahren, am 22. September 2002, findet die Wahl zum 15. Deutschen Bundestag statt. Die FDP, in Berlin inzwischen zur 1,8-Prozent-Splitterpartei zerbröselt, fährt damals die „Strategie 18“, die u. a. von NRW-Parteichef Jürgen Möllemann entwickelt worden ist. Ziel ist es, 18 % der Stimmen zu erreichen. Die Wahlwerbung dazu landet im Sommer 2002 als „Postwurfsendung“ auch in allen Bottroper Briefkästen (Ausriss rechts). Was damals bald im Altpapier landet, kann heute als ein historisches Dokument in der FDP-Geschichte angesehen werden.

Und das kam so: Das Wahlergebnis ist weit von den strategischen Plänen mit 18 % entfernt: Die FDP bringt es auf 7,4 % der Stimmen. Nach den enttäuschenden Zahlen und einer von Möllemann ausgelösten Antisemitismus-Debatte drohen die erbitterten Diskussionen zwischen den Gegnern und den Befürwortern Möllemanns die Partei zu spalten.

Als Details der fragwürdigen Finanzierung des hier abgebildeten Flugblattes (links, die Rückseite) bekannt werden, verliert Möllemann immer mehr den Rückhalt in der FDP und schließlich droht ihm sogar ein Parteiausschluss-verfahren. Nach der gebrochenen Zusicherung, sein 2002 gewonnenes Bundestagsmandat wieder aufzugeben, kommt er einem vom Parteivorstand beschlossenen Ausschluss zuvor und tritt im März 2003 aus der FDP aus.

Drei Monate später stirbt Möllemann unter nicht völlig geklärten Umständen bei einem Fallschirmsprung in Marl.

Quellen: Eigene Recherchen, Wikipedia

 

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