Allee an der “Osterfelder”: Einem Stück Stadtgeschichte droht der Schredder. Oder warum Bottrop oft ein Trauerspiel ist.

Bottrop, die „grünste Stadt im Ruhrgebiet“ – das war einmal. Zumindest in der Innenstadt hat die Stadtverwaltung während der Umbauarbeiten im vergangenen Jahrzehnt kräftig geholzt. In unserer Fotoreihe „Das neue Bottrop: Grün raus – Grau rein“ in der Kategorie „Geschichte in zwei Bildern“ ist das dokumentiert.

Jetzt laufen die Anti-Grün-Planer aber zur Höchstform auf: Die Allee an der Osterfelder Straße soll weit mehr als die Hälfte ihrer Bäume verlieren. Damit würde eine der wenigen Alleen und damit ein Stück Bottrop weitgehend in Kleinholz verwandelt. Aber auch ein wichtiges Kapitel Stadtgeschichte würde im Schredder landen. Denn dieses Grün gehört seit den ersten Anpflanzungen um 1880 zum typischen Bottroper Stadtbild.

Aber das passt zu den Erfahrungen, die diese Stadt ihren Bürgern liefert: Das offizielle Bottrop hat kaum einen Bezug zur Vergangenheit der Gemeinde. Sonst würden die Verantwortlichen im Rathaus die vielfältige Stadtgeschichte intensiv nutzen, um mit den Bürgern ein Bottrop-Gefühl zu schaffen. Stattdessen wird jetzt mal eben im Schweinsgalopp eine über 130 Jahre alte Lindenallee zum größten Teil plattgemacht. Gemäß dem Bottroper Rathaus-Motto: Gut, dass wir nicht drüber geredet haben.

Denn eine ausführliche Bürgerbeteiligung an dem jetzt erst kurz vor der politischen Entscheidung vorgelegten Konzept ist nicht möglich. Sie wäre aber notwendig, weil das von den Politikern der großen Parteien im Bauausschuss offenbar ausgeguckte Fällen von 56 der jetzt noch stehenden 95 Bäume ein gravierender Eingriff ist, der das Stadtbild verändert und der jeden Bottroper berühren könnte – nicht nur die Anwohner.

So gesehen ist Bottrop mal wieder ein Trauerspiel.

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