Politiker durchkreuzen Innovation-City-Idee: Automeile statt Frischluftschneise. Umwelt und Geschichte werden geopfert.

Die neue Bot- troper Auto- meile ist bald komplett. Zwei große Auto- häuser säumen die Kirch-hellener Straße bereits. Jetzt soll nach dem Willen der politischen Mehrheit in Bottrop ganz plötzlich auf historischem Gelände, dem Sackers-Areal (Foto oben im Morgennebel), ein weiteres Autohaus hinzu kommen.

In Innovation City, wo ja laut Ankündigungen der Innovation-City-Ankünder die umwelt-schädlichen Autoabgase in nächster Zeit drastisch reduziert und der Nahverkehr deutlich besser werden sollen, ist der Automeilen-Ausbau ein sehr seltsam anmutender Beschluss. Offenbar nehmen tonangebende Politiker in Bottrop die hehren Umweltziele, die ihr Oberbürgermeister überall verkündet, nicht so richtig ernst (s. auch geplanter Kahlschlag der Allee an der Osterfelder Straße). Das ist Wasser auf die Mühlen der stetig wachsenden Zahl von Bürgern, die den Begriff “Innovation City” nicht mehr hören können und die die Aktion nur noch für ein aufgeblasenes Marketing-Projekt halten.

Inkonsequent gegenüber den Innovation-City-Ankündigungen wirkt die Entscheidung zum Ausbau der Automeile an der Kirchhellener Straße auch deshalb, weil laut Flächenutzungsplan die „Fläche zur Sicherung besonderer Kilmafunktionen“ ausgewiesen ist. In dieser Frischluftschneise nördlich des Stadtgartens und des Marienhospitals soll nach den Autohaus-Plänen die versiegelte Fläche von bisher 4000 Quadratmetern auf 11 000 Quadratmeter vergrößert werden. Und: An der Gladbecker Straße hinterlässt die bisherige Automeile Leerstände und versiegelte Flächen.

Wie auch immer – mit der neuen Nutzung des Sackers-Geländes kommt es nicht nur zu einem folgenreichen Eingriff in die Umwelt, sondern es geht auch wieder einmal so ganz nebenbei ein Stück Bottroper Stadtgeschichte unter.

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Da bleibt nur eins:

Aber selbst den gibt es ja nicht mehr…

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NACHTRAG: Wie die WAZ am 5. Oktober 2011 berichtet, steht das Autohaus, das sich an der Kirchhellener Straße ansiedeln will, “unter Druck. Gegen das Autohaus sind an zehn von 18 Standorten im Ruhrgebiet Räumungsklagen anhängig”. Für einige Standorte müsse das Unternehmen sogar den Verlust der Händlerlizenz (für BMW und Mini) befürchten. Mehr dazu HIER.

Dass es Probleme rund um das Autohaus geben könnte, berichtete die Westfalenpost bereits am 14. März 2011. HIER mehr.

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