7. Oktober 2001: Noch 85 Tage bis zum Euro/Teuro.

Der Euro kommt! Vor genau zehn Jahren, im Herbst 2001, wird diese Ankündigung von vielen Menschen bejubelt. Andere sehen darin aber eine Bedrohung ihres Geldes und ihrer Ersparnisse. Die zweite Gruppe sollte – wie wir es seit Monaten erleben müssen – mit ihrer Skepsis dichter an der Wirklichkeit sein als die Jubler. Aber auch schon vor zehn Jahren werden die Kritiker des neuen Geldes durch Alltagsbeobachtungen in ihrer Haltung unterstützt, wie diese Fotodokumente zeigen. Um der Kritik aus dem Wege zu gehen, in der Euro-Start-Nacht vom 31. Dezember 2001 auf den 1. Januar 2002 nicht exakt umgerechnet zu haben, treffen zahlreiche Händler schon Monate vor der Währungsumstellung ihre trickreichen Vorbereitungen. Sie planen, aus dem Euro einen Teuro zu machen.

So ist in einem Bottroper Geschäft eine CD-Reihe mit Hits aus vielen Musik-richtungen zunächst zum alten Standard- preis von 12,99 DM pro Scheibe zu bekommen (ab 2002 wären das exakt 6,64 Euro). Doch plötzlich erhöht sich der Preis laut neuem Preisetikett auf die völlig krumme Summe von 15,63 DM, also um stolze 20 Prozent. Wenige Tage später wird klar, was dahinter steckt: Ein neues Preisschild zeigt an, dass 15,63 DM genau einen handelsüblich griffigen Schwellenpreis von 7,99 Euro ergeben. Die vielfach befürchteten Preiserhöhungen durch den Euro finden also nicht in der Silvesternacht 2001 statt, sondern schon lange vor diesem Termin. Dafür gibt es im Alltag des Jahres 2001 reihenweise Beispiele, die den späteren Ruf des Euro als Teuro begründen.

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