Vor fünf Jahren: 6000 Zuschauer bei WDR-Übertragung des WM-Spiels Deutschland-Frankreich (9:0) im Jahnstadion

Großer Auflauf im Jahnstadion: Vor fünf Jahren (genau am Sonntag, 10. September 2006) findet in Bottrop vor 6000 begeisterten Zuschauern das Viertelfinale der Fußball-WM der Menschen mit Behinderung statt. Der WDR ist mit viel moderner TV-Technik vor Ort und überträgt das Spiel live aus dem 2005 umgebauten und nun barrierefreien Jahnstadion.

Die deutsche Nationalmannschaft besiegt Frankreich mit 9:0 (4:0) und hat somit das Halbfinale erreicht.

„Das Team von Trainer Willi Breuer hat sich bei der Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung in beeindruckender Manier ins Halbfinale geschossen“, schreibt die Fachpresse nach dem Spiel in Bottrop.

Für den Sieg sorgt vor allem Ahmet Demir mit seinen fünf Treffern (12., 32., 43., 58. und 75. Minute). Zudem kommen Guido Skorna (41. und 85.) sowie Wissam El Hamadi (48. und 61.) zu je zwei Torerfolgen. In der Vorrunde hat Deutschland 3:0 gegen Japan und 1:0 gegen Russland gewonnen sowie gegen Nordirland 0:0 gespielt.

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Es war einmal: Treffpunkt Kultur mit ganz großen Namen

Dass Bottrop eine Stadt ist, in der die offiziell organisierte Kultur vor allem beim Sparen eine große Rolle spielt, hat sich langsam herumgesprochen.

Da ist es zumindest für die Bottroper mit der Gnade der frühen Geburt tröstlich, dass sie Zeiten erlebt haben, in denen die Stadt kulturell noch in einer anderen Liga spielte. Nehmen wir z. B. die Theater-Saison 1973/74 (rechts als Ausriss das Titelblatt des Programms). Da organisiert die Stadt – wie heute – knapp 60 Theater-Aufführungen und Konzerte. Doch wer kommt das da alles nach Bottrop! Hier eine nicht vollständige Liste nicht nur damals  bekannter Künstler:

Günther Lüders, Ingrid Andree, Boy Gobert, Ilse Werner, Werner Hinz, Friedrich Schütter, Günther Ungeheuer, Fritz Muliar, Helmut Lohner, Heinz Reincke, Peter Pasetti, Mario Adorf, Peer Schmidt, Hannelore Elsner, René Deltgen, Siegfried Wischnewski, Pinkas Braun, Hansjörg Felmy, Walter Richter, Inge Brück, Gerd Vespermann, Klaus Havenstein, Charles Brauer, Jacques Loussier, Klaus Schwarzkopf, Inge Meysel, Monika Peitsch, Hardy Krüger, Christoph Eschenbach, Justus Frantz…

Und zwischendurch waren auch sie immer mal wieder in der Garderobe der Schauburg (von 1926 bis 1987 provisorische Bottroper Theaterspielstätte, heute C&A) anzutreffen: die Mitglieder der Chris-Barber-Band (Foto unten).

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Bottroper Dokumente: Kleine Chronik des Alpin-Centers (2)

 

 

 

 

DOK 6, WAZ vom 12. September 2011      DOK 7, WAZ vom 9. Januar 2001

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DOK 8, BR-Online vom 15. September 2011

Bad Reichenhaller Halleneinsturz: Gutachter beteuert weiter Unschuld

In Traunstein hat der zweite Prozess gegen den Statiker begonnen, der Mitschuld am Einsturz der Bad Reichenhaller Eishalle im Jahr 2006 haben soll. Der Bundesgerichtshof hatte den Freispruch für den Mann kassiert. Trotzdem bleiben seine Verteidiger dabei: Ihr Mandant sei unschuldig. 15 Menschen waren am 2. Januar 2006 beim Einsturz des Hallendaches ums Leben gekommen. Der heute 58-jährige Gutachter muss sich nun erneut wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Er hatte der Halle drei Jahre vor der Katastrophe einen “guten Zustand” bescheinigt – was sich als fataler Irrtum herausstellte…

Mehr HIER und HIER

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Bottroper Handelsgeschichte in historischen Anzeigen (2)

Der Einzelhandelsverband Bottrop, der am 16. Juni 1921 gegründet wurde,  feiert in diesen Tagen offiziell seinen 100. Geburtstag. Der Blog “Bottroper Geschichte – ganz frisch”  dokumentiert die Bottroper Handels-Historie in mehreren Beiträgen mit ausgewählten Zeitungsanzeigen aus 90 Jahren.

Mehr zum Thema HIER.

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Brockmann: In Glanzzeiten wurden in Boy jährlich 5000 Bäume zu Küchen verarbeitet. Eine Zeitreise nach der Insolvenz.

Die beiden Firmen der Boyer Brockmann-Gruppe sind nicht mehr. Vor einem Monat wurde das Insolvenzverfahren über die Firmen Brockmann-Fenster-und-Türen sowie Brockmann-Küchen eröffnet. 144 Menschen waren zuletzt von dem Ende der Unternehmen betroffen. Sie gehörten, wie der Betriebsrat Ende August mitteilte, zum Teil seit 47 Jahren zu Brockmann.

Jeder Mitarbeiter habe bis zuletzt für den Erhalt der Firma gekämpft und seit 2004 auf etwa 40 000 Euro Lohn verzichtet. Die rund acht Millionen Euro, die den Firmen so zugeflossen seien, seien jedoch nicht investiert worden. So die Vorwürfe des Betriebsrates.

144 Mitarbeiter waren es also zuletzt. Das klingt nach kleinem mittelständischen Unternehmen. Und Repräsentanten der Stadt und der Politik haben sich denn auch kaum gerührt, um das Brockmann-Ende öffentlich zu begleiten. Dabei waren die Firmen – abseits von Kohle und Chemie – über Jahrzehnte die größten und wichtigsten Unternehmen im Osten der Stadt. Und nicht nur da. Wir starten hier zu einer besonderen Zeitreise. Weiterlesen

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12. September 1996: Ab sofort zieht das Centro Bottroper an

Heute vor 15 Jahren ist Premiere: Das Centro eröffnet und zieht vom ersten Tag an viele Bottroper an. Die drei Monate zuvor gestartete Buslinie 91 (Foto unten am Eröffnungstag) bietet einen bis heute im Bottroper Nahverkehr einzigartigen Service an: Alle 10 Minuten verbinden die Busse die Bottroper City in nur einer Viertelstunde mit den 70 000 Quadratmetern Einkaufsfläche in der Nachbar- stadt. 10 000 kostenlose Park- plätze sind für Autofahrer ein unschlagbares Angebot.

Und wie reagiert der Bottroper Handel auf diese Herausforderung? Als unser Foto (unten) im Spätherbst 1995 entsteht, hängen in einigen Bottroper Läden immer noch Plakate mit dem abschreckenden Tenor, dass in Bottrop die Lichter ausgehen, wenn das Centro komme. Während man sich in anderen Revierstädten auf die eigenen Stärken besinnt und diese offensiv vermarktet, passiert in Bottrop in Sachen mehr Attraktivität fast nichts. Und wenn, dann verlaufen viele Aktionen im Sande. Doch das ist eine lange Geschichte, die die jungen Bottroper, die scharenweise zu Centro-Fans geworden sind, nicht interessiert.

Dazu hier nur so viel: Die Einkaufszentren in Oberhausen, Essen und Mülheim sind für viele Bottroper inzwischen viel attraktiver als die eigene City – vor allem für jene jüngeren Bottroper, die seit 15 Jahren mit dem Centro groß werden. Ihr dort gelerntes Einkaufsverhalten prägt sie für ihr Leben. Viele werden also auch künftig Einkaufszentren mit einheitlichen Öffnungszeiten und vielen Serviceangeboten bevorzugen. Für den Bottroper City-Handel tickt da eine Zeitbombe, denn die so geprägten Menschen in die hiesige City als Stammkunden zurückzuholen, dürfte fast unmöglich sein. Zum Shopping gehört auch für die mittelalte Generation längst, irgendwo essen oder ins Kino zu gehen. Und was bietet Bottrop da?

Mehr zu diesem spannenden Thema auch HIER und HIER.Das Centro in seinen Anfangstagen.

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Erinnerungen an den 11. September 2001

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Bottroper Handelsgeschichte in historischen Anzeigen (1)

Der Einzelhandelsverband Bottrop, der am 16. Juni 1921 gegründet wurde,  feiert in diesen Tagen offiziell seinen 100. Geburtstag. Der Blog “Bottroper Geschichte – ganz frisch”  dokumentiert die Bottroper Handels-Historie in mehreren Beiträgen mit ausgewählten Zeitungsanzeigen aus 90 Jahren.Diese Anzeigen erschienen im Jahr 1956.

Mehr zum Thema HIER.

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9. September 2001: Bottroper und Enten bevölkern das Centro

Am 9. September 2001 ist Bottrop halb leer. An diesem sonnigen Sonntag feiert das Centro in Oberhausen, das am 12. September 1996 erstmals seine Läden geöffnet hatte, seinen 5. Geburtstag. Höhepunkt ist ein Wettschwimmen von 40 000 Badeenten (eine davon links) auf dem hauseigenen Kanal. Über 100 000 Menschen sollen an diesem Tag das Gelände des Einkaufszentrums bevölkern und die Brücken über dem Kanal einem einmaligen Härtetest unterziehen (Foto unten). Mittendrin natürlich Tausende von Bottropern.

Dieses Centro-Fest sollte für einige Zeit das letzte fröhliche Fest sein, das öffentlich gefeiert wurde. Denn zwei Tage später lähmen die Anschläge in den USA die Welt – und den Menschen ist lange Zeit nicht zum Feiern zu Mute.

Menschen und Plastikenten bevölkern das Centro am 9. September 2001.

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Nicht Bottrop – aber trotzdem Geschichte: Buddy Holly 75

Unvorstellbar: Buddy Holly, Teenager-Idol zahlreicher Generationen seit Ende der 1950er Jahre, wäre heute 75 Jahr alt geworden. Doch er starb im Alter von 22 bei einem Flugzeugabsturz  am 3. Februar 1959. Zu seinen bekanntesten Titeln gehören “That’ll Be the Day”, “Peggy Sue”, “Oh Boy” und “It Doesn’t Matter Anymore.”

In einem Musical von Alan Janes und Rob Bettinson wurde versucht, das Leben des „Rock’n’Roll“-Musikers darzustellen. Das 1989 in London uraufgeführte Werk lief bis vor einem Jahr auch im Colosseum-Theater in Essen (Foto: Plastik-Werbefigur für das Musical auf dem Berliner Platz in der Nachbarstadt).

Mehr zu Buddy Holly HIER.

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Altmarkt 2001: Das “Tor zur City” und was daraus wurde

Vor zehn Jahren, am 31. August 2001, verliert die Bottroper City für viele Kunden einen Anziehungs-punkt: Mit dem Ende von Radio Schmitz am Altmarkt geht der Abschied der Unterhaltungs-elektronik-Branche aus dieser Stadt weiter.

Viele traditionsreiche Firmen für Radio- und Fernsehgeräte sind zu diesem Zeitpunkt längst verschwunden. Karstadt hat seine Ende 2000 geschlossene Lebensmittelabteilung im Untergeschoss zwar zunächst zu einer attraktiven Multimedia-Abteilung umgebaut, doch schon nach kurzer Zeit wird dieses Projekt Stück für Stück wieder zurückgefahren – bis auf den heute noch vorhandenen winzigen Rest.

Einer aber jubiliert vor zehn Jahren: Der Immobilienhändler Karsten Helmke will den Auszug von Radio Schmitz nutzen, um das Gebäude Altmarkt 1 zu einem „neuen Tor zur City“ umzubauen. Weiterlesen

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Bottroper Dokumente: Eine kleine Chronik des Alpin-Centers. Mit Gutachten, einer Halde, einem Baudezernenten, einem OB.

 

 

 

 

DOK 1__________Bericht der Stadtverwaltung im städtischen Planungsausschuss am 1. Februar 2000 (Auszüge):

Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Bürger an der Bauleitplanung (zum Alpin-Center) wurden von Herrn Ulrich Schnirch (Grüne) Bedenken gegen die Planung vorgetragen. Die Bedenken werden aus folgenden Gründen zurückgewiesen: … Eine durch ein Gutachterbüro erstellte Baugrundvoruntersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die geplanten Baumaßnahmen realisierbar sind. Grundsätzliche statische Probleme werden nicht gesehen … Mit dem VRR wird zur Zeit die Einrichtung eines S-Bahn-Haltepunktes im Bereich der Halden Beckstraße und Prosperstraße diskutiert … Mehr HIER

DOK 2__________Der Westen vom 30. Mai 2011 (Auszug):

Am Alpincenter wird eifrig gearbeitet, um die Probleme der Halle mit dem Klima in den Griff zu bekommen. Auch die Standfestigkeit der Röhre wird verbessert. Drastische Maßnahmen wie eine mögliche Schließung der Halle sind kein Thema mehr… Mehr HIER

DOK 3__________Der Westen vom 1. September 2011 (Auszüge):

Die Standsicherheit der Skihalle in Bottrop ist in Gefahr. Weiterlesen

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Das Stenkhoffbad erlebt diesmal eine schwache Saison. Erste Schwimmer sprangen 1924 ins Becken voller Boye-Wasser.

Die Höchsttemperaturen sinken. Das Ende des Sommers wird spürbar. Auch das Ende der Bottroper Freibad-Saison 2011 rückt näher. Aber vorerst bleibt das  Stenkhoffbad auf dem Eigen geöffnet. Stenkhoff? Für ein Bad ein etwas seltsamer Name. Oder? Und wieso liegt das Bad so abseits? Früher, vor dem Zusammenschluss von Bottrop und Kirchhellen im Jahr 1976, war es sogar fast der nördlichste Punkt der Stadt. Neugierig auf Neues von gestern? Tauchen Sie ein in die Bottroper Geschichte. Kommen Sie mit auf eine Zeitreise. Wir tauchen wieder auf im Jahr 1923.

Der Platz für das geplante Bottroper Freibad ist damals schon lange ausgeguckt – und wassertechnisch bedingt. Denn für die kühlen Fluten soll die Boye sorgen. Pfui Teufel, wird da so mancher Mensch im Jahr 2011 die Nase rümpfen. Aber dieser heute zum Abwasserkanal umfunktionierte Fluss (Foto rechts) ist um 1920 noch relativ sauber, zumindest in seinem oberen Lauf. Und der soll im Eigen so umgeleitet werden, dass die Boye in der Nähe der Stenkhoffstraße durch das neue Bad fließen soll. Weiterlesen

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Die Wollwott in Bottrop. 1928 geht es an der Hansastraße los.

In vielen Bottroper Haushalten wundert man sich immer wieder: Im Reklamewust am Wochenende finden sich oft auch Werbezettel der Firma Woolworth – obwohl sie schon seit rund zwei Jahren in Bottrop nicht mehr vertreten ist. Der Laden an der Hochstraße wird längst von der Schuhkette Deichmann genutzt. Dass sich Woolworth von Bottrop nicht komplett trennen kann, liegt vielleicht daran, dass das Unternehmen in dieser Stadt eine lange Geschichte hat. Für unsere Zeitreise gehen wir diesmal zurück ins Jahr 1928…

…und wir landen in der Hansastraße. Dort herrscht zu dieser Zeit – vier Jahre nach dem Ende der gigantischen Inflation Anfang der 1920er Jahre – eine ungeahnte Aufbruchstimmung. Wenn man vom Altmarkt in die Straße blickt, fällt vor allem der imposante Rohbau von Althoff (ab 1960 Karstadt) auf, der seit Ende 1927 stetig emporwächst. Mit vier geplanten Etagen ahnen die Bottroper Kaufmannsfamilien jetzt wohl so langsam, welch ein Brocken ihnen da mitten ins Nest der verwinkelten Geschäftsstraßen gelegt wird.

Ein „Großstadthaus“ soll es werden. Mit 6000 Quadratmetern. Das ist aber nicht nur Konkurrenz, sondern auch eine Herausforderung. So zieht der Bottroper Schuhladen Böhmer nach 20 Jahren in seinem angestammten Haus an der Hochstraße 1928 an die Hansastraße. Größer und schöner als je zuvor. Und wenige Meter weiter hält zur gleichen Zeit amerikanische Handelskultur Einzug in Bottrop: Die Billigkette Woolworth macht hier eine ihrer ersten Filialen in Deutschland auf. Weiterlesen

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1895: Im Dorf Bottrop bekommen die ersten Straßen Namen. Schützen-, Peter- und Bothenstraße gibt es noch heute.

Gut 20 Jahre ist es her, dass 1873 mit Prosper II die erste Zeche auf Bottroper Gebiet Kohle förderte. Das Dorf zwischen Boye und Emscher ist seitdem stetig gewachsen. Doch jetzt, 1895, ist es langsam unübersichtlich geworden. Besonders die vielen Neubürger kommen mit der alten, dörflichen Nummerierung der Häuser nicht mehr klar. Die Gemeindeverwaltung hat ein Einsehen: 1895 bekommen 63 Straßen einen Namen.

Straßen? Nun ja, im heutigen Sinne würde man viele dieser im „Straßenverzeichnis“ von 1896 erstmals aufgeführten Wege eher als Trampelpfade oder Feldwege bezeichnen. Außerdem ist das, was die Gemeindeväter da ausgeheckt haben, nur Stückwerk. Denn die Namensgeber haben sich auf den Dorfkern beschränkt, der etwa den Bereich der heutigen Innenstadt umfasst. Die Wege in den Dorfteilen Batenbrock, Boy, Eigen, Fuhlenbrock und Lehmkuhle bleiben vorerst namenlos. Denn hier, in den verstreut liegenden Gehöften, kennt jeder jeden.

Auch in den bald rund um die Zechen entstehenden Kolonien bleibt es noch für einige Jahre auch ohne Straßennamen übersichtlich. Das erste dieser Wohngebiete, die Rheinbaben-Siedlung, entsteht im Bereich der Gladbecker Straße, die als große Ausfallstraße nach Gladbeck, schon um die Wende zum 20. Jahrhundert diesen Namen trägt. Dies gilt ähnlich auch für Kirchhellener und Horster Straße (Foto oben zeigt die Einmündung beider Straße am Altmarkt) sowie die Essener Straße. Doch im Dorfkern tragen diese Straßen 1895 noch ganz andere Namen. Weiterlesen

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Bottroper Telefon-Geschichte(n). Teil 2. Ein Wahrzeichen, das keines wurde: Der Telekom-Turm von 1981.

Von seiner Größe her hätte der das Zeug zum Bottroper Wahrzeichen. Doch dafür ist er nicht typisch genug. Von seinem Modell stehen bundesweit Dutzende in der Landschaft. Und so ist der Telekom-Turm an der Siemensstraße in Batenbrock mit 90 Meter (einschließlich Antennen) zwar der höchste Bau in unserer Stadt, aber in den 30 Jahren seines Bestehens kein Kennzeichen für Bottrop geworden.

Aber das war auch nie sein Zweck. Der Turm soll einfach nur funktionieren, nämlich Bottrop telefonmäßig und datentechnisch mit der großen weiten Welt verbinden. Zu dem Ende 1980 begonnenen Bau wird die Bundespost, zu der der „Fernmeldedienst“ damals noch gehört, von den Bottropern regelrecht gezwungen. Weiterlesen

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Gerade einmal zehn Jahre her: Bottroper Spritpreise 2001.

Achtung! Im Jahr 2001 gilt noch die D-Mark. Der Liter Super kostet umgerechnet etwa 90 Cent…

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Lange vor Mal Sondock: Die legendären Jugendtanzabende des Anton Oppermann begannen schon in der Rock’n'Roll-Zeit.

Unser Erinnerungs- stück an Mal Sondocks legendäre Auftritte in den 1970er Jahren im Lichthof der Berufsschule (Foto rechts) hat zu einer großen Zahl von Nachfragen geführt. Wie war das eigentlich genau mit diesen so genannten Jugendtanzabenden des Jugendamtes? Gab es die nicht schon viel früher, wollte zum Beispiel HorstB wissen, der sich noch an Rock’n'Roll-Abende zu erinnern glaubt. Wir sind noch einmal tiefer ins Archiv gestiegen – und HorstB hat Recht: Die Jugendtanzabende waren keineswegs nur von Mal Sondock in den 1970ern geprägt – ihre Ursprünge gehen zurück bis in die 1950er Jahre.

Es ist die Zeit, da Elvis Presley in den internationalen Hitparaden mit „One Night“ die Spitzenpositionen erobert, The Platters „Smoke Gets in Your Eyes“ schmachten und der schon tote Buddy Holly mit „It Doesn’t Matter Anymore“ seine Fans begeistert. Hier zu Lande wird „Tom Dooley“ besungen und in der Hitparade bald von Freddy Quinn mit „Die Gitarre und das Meer“ verdrängt. In diesen Tagen, Ende 1959, geschieht in Bottrop eine Art Revolution: Weiterlesen

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Gerade einmal sieben Jahre her: Hochstraße

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Gerade einmal zehn Jahre her: Pferdemarkt

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Wie die Prosper-Zechen zu ihrem Namen kamen.

Prosper, so könnte man meinen, sei ein Synonym für wirtschaftlichen Aufschwung. Denn Prosperität bedeutet wirtschaftliches Wohlergehen und Wachstum. Beides wurde in Bottrop durch den Bergbau erreicht. Bereits vor dem ersten Weltkrieg und erneut nach dem zweiten.

Die Namensgebung für die Bottroper Schachtanlagen freilich beruht weder auf Wohlergehen noch auf Wachstum. Sie hat einen völlig anderen Ursprung. Bereits 1856 gründet die Arenberg’sche Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb in Ebel (das damals noch zu Essen gehört) die erste Zeche, die aber heute meist als Ursprung des Bergbaus in Bottrop angesehen wird. Damals zählt Bottrop mit zum Vest Recklinghausen, und der damalige Landesherr Weiterlesen

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Geschichte in zwei Bildern: Ev. Kirche Boy 1930/2008

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Tiefschlag für Handelsstandort Bottrop: 70 Prozent weniger Passanten als vor 10 Jahren. Der Niedergang der Hansastraße als Top-Einkaufsstraße. Traurige Geschichte in drei Bildern.

Das Ansehen der Bottroper City als Handelsstandort ist ungebremst im freien Fall. Das geht aus der diesjährigen Passanten-Zählung in den deutschen Top-Einkaufsstraßen durch das Frankfurter Beratungsunternehmen Jones Lang LaSalle hervor. Hier wurden am Stichtag (an einem Samstag im April) auf der Hansastraße (Foto oben) in einer Stunde nur noch 960 Passanten gezählt. Vor einem Jahr waren es 1205 Menschen. Das ist ein Rückgang um 20 Prozent.

Noch drastischer zeigt sich der Absturz der Hansastraße als Vorzeige-Einkaufsmeile, wenn man auf die jüngste Geschichte zurückblickt. Weiterlesen

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SOMMERSERIE (Schluss). Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

Zwar ist die Not in der jungen Stadt Bottrop im Sommer 1919 groß. Aber hohe Preise und knappe Lebensmittel sind damals nicht die einzigen Themen, die die Bottroper erregen. So sorgt der „Mordfall Herzberg” wenige Tage vor der Stadtwerdung für einiges Aufsehen. Der Bergmann mit diesem Namen hat sich, nachdem er „aus dem Felde heimgekehrt” war, mit seiner Frau auseinander gelebt. Denn er hat „einen dauernden Gesundheitsschaden aus dem Krieg mitgebracht“, wie die „Bottroper Volkszeitung“ (BVZ) mit viel Liebe zum Detail berichtet. Darauf hin bringen ihn seine Frau und deren Geliebter um, und zwar wird er (laut BVZ) „mittels einer Schlinge vollständig erwürgt“. Der Vorgang währt 15 Minuten. „Alsdann wurde der Leichnam die Kellertreppe hinunter gestoßen“ und später in einer Sandgrube an der Osterfelder Straße (Foto unten) vergraben.Die Osterfelder Straße 1919 – schon damals eine Allee.

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SOMMERSERIE (7). Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

Lebensmittel sind im Sommer 1919 nicht nur in Bottrop knapp. Überall in Deutschland sind sie wenige Monate nach Kriegsende rationiert. Andere Dinge des täglichen Lebens liegen zwar in den Geschäften, doch die Preise stehen in keinem Verhältnis zu den Löhnen. So bekommt ein Straßenbahnfahrer der Vestischen Kleinbahnen aktuell mit 400 Mark im Monat zwar etwas mehr Lohn – aber nur, weil das Personal mit Streik gedroht hat.

Doch was kann man für 400 Mark kaufen? Die Anzeigen des „Bazars H. Fürst“ an der Gladbecker Straße 3 (links) geben nicht nur interessante Einblicke in die Warenwelt des Jahres 1919, sondern zeigen auch indirekt die Armut auf, in der viele Menschen leben. Denn längst nicht alle haben Arbeit und 400 Mark im Monat zur Verfügung. Das „Spezialhaus für Hausgeräte, Galanterie und Spielwaren“ bietet während seiner „Fünf billigen Tage“ Ende Juli Kleiderbürsten für 3,95 Mark, 3 Rollen Klosettpapier für 1,38 Mark und einen kleinen Kochtopf (mit Deckel) für 11,20 Mark an. Das ist selbst vergleichen mit unseren Teuro-Zeiten ein extrem hohes Preisniveau.

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Geschichte in zwei Bildern: Berliner Platz 2004/2008

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Stadtgeschichte stößt auf Friedhöfen auf großes Interesse

Die Stadtmarketing-Gesellschaft hat die Friedhöfe entdeckt. Seit dem 1. Juni ist ihr Mitarbeiter Holger Kröcher (Foto rechts) zwischen Grabsteinen und Kreuzen unterwegs. Gefolgt von jeweils 20 bis 30 Personen, die mehr über die Friedhöfe, deren Geschichte, aber auch über die verstorbenen Bottroper erfahren wollen, die hier liegen.

Gästeführer Kröcher enttäuscht sie nicht. Seine hintergründigen Informationen spiegeln meist auch ein Stück Stadtgeschichte wider. Mit gebührendem Ernst – aber immer wieder auch mit einem Schmunzeln im Gesicht – berichtet er an ihren Gräbern über die großen Taten einiger bekannter Bottroper, aber auch schon mal von ihren Weiterlesen

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Vor 75 Jahren: Das Ruhröl-Werk in der Boy wird gegründet. Eine Geschichte von teuer erkauften Arbeitsplätzen, von Krieg und Bomben, von Umweltbelastungen und Karneval.

Der 31. Juli 1936 ist einer jener historischen Tage, die vom offiziellen Bottrop nicht registriert werden. Dabei berührt das, was vor genau 75 Jahren beginnt, noch heute Tag für Tag viele Bürger: Wer in der Boy Möbel oder eine Bohrmaschine kauft oder das Jugendkombihaus besucht, kommt indirekt mit der Geschichts-Geschichte in Berührung, die Ende Juli 1936 beginnt: Die Gründung des Ruhröl-Werkes in der Boy (Foto unten aus den 1960er Jahren, Quelle: Stadtarchiv).

Im damaligen Bottrop wird die Gründung des Betriebes natürlich als wirtschaftspolitische Glanztat gefeiert. Motto: Die bis dahin allein auf den Bergbau ausgerichtete Stadt wird nun auch zum Chemiestandort. Nach einem im Stinnes-Konzern entwickelten Verfahren sollen aus der Kohle wertvolle Extrakte erzeugt werden, aus denen dann durch Hochdruckhydrierung hochwertige Treibstoffe entstehen. Also: Benzin aus Kohle – eine Idee, die in den 1980er Jahren in der Kohleölanlage in der Welheimer Mark in ähnlicher Form noch einmal auflebte, nach einigen Jahren und dem Versenken von Subventionen in Höhe von mindestens 300 Millionen Mark grandios scheitern sollte.

Im Juli 1936 spielt Geld aber keine Rolle. Denn im Zuge der Kriegsvorbereitungen der Nazis Weiterlesen

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SOMMERSERIE (6). Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

Bottrop im Sommer 1919 – das ist aber nicht nur Not und Elend, das ist auch Kultur. So hat sich gerade der „Bücher- und Bildungsverein“ gegründet, um „die Schätze unserer schönen Literatur dem Volke zu erschließen“. Der “Freie Bildungsverein” stellt gleichzeitig sein neues Programm unter dem Motto „Meisterwerke erzählender Kleinkunst“ vor. Und der Bottroper Musikverein lockt Gewerkschaftsmitglieder zu einem Vorkonzert mit Haydns “Die Schöpfung” (oben).

Nicht zu vergessen: die Bottroper Volkshochschule. Bei dieser Einrichtung der Erwachsenenbildung spielt Bottrop – heute kaum noch vorstellbar – deutschlandweit eine Vorreiterrolle. Die erste Volkshochschule in Deutschland ist laut Wikipedia die 1902 gegründete Freie Hochschule Berlin. Die meisten Gründungen gibt es aber erst nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 mit dem Ziel, die breite Bevölkerung besser zu bilden, die zuvor von der Bildung ausgeschlossen war. Am 1. Juni 1919 sind in Deutschland denn auch erst 26 Volkshochschulen bekannt – eine davon in Bottrop. Sie bietet im September 1919 ihre ersten 13 Vortragsreihen an: von der „Ballade in der deutschen Dichtung“ bis zur „Einführung in die Biologie“.

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SOMMERSERIE (5): Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

Bezeichnend für die allgemeine Stimmung in den ersten Tagen nach der Stadtwerdung Bottrops ist ein Kommentar, der Ende Juli 1919 in der „Bottroper Volks-Zeitung“ (BVZ) erscheint: „Es ist so ganz anders gekommen, statt froher Feste über den glücklichen Ausgang des Krieges, unsagbarer Jammer in allen Herzen über den tiefen Fall unseres Volkes. Da kann auch die Stadtwerdung für die Bottroper Bevölkerung nicht Anlass zu überlautem Jubel und Festlichkeiten sein.“

Angesichts der in Bottrop fast täglich zu beobachtenden Plünderungen von Lebensmittelgeschäften und Märkten ist das kein Wunder. Die meisten dieser Überfälle, zu deren Verfolgung eine spezielle „Wirtschaftspolizei“ gegründet worden ist, geschehen aus reiner Existenznot. So gilt der erste tägliche Blick in die Morgenzeitung den Mitteilungen über die Lebensmittelversorgungslage, mit denen der Lokalteil der BVZ regelmäßig beginnt.

Das Schlimme daran: Die Situation wird nicht besser, sondern schlechter. So schrumpft die Zuteilung von Kartoffeln ab 22. Juli 1919 von wöchentlich 7 auf 5 Pfund. Schuld an dieser miesen Lage sind aber nicht nur die Plünderungen und Diebstähle. Viele Lebensmittel verderben wegen unsachgemäßer Lagerung. So wird in jenen Tagen die Herz-Jesu-Kirche an der Prosperstraße (Foto oben), die wegen Bergschäden seit 1909 geschlossen ist, aber erst 1929 neu erbaut werden wird, zu einem großen Lebensmittel-Lager. Hier kann z. B. Mehl fachgerecht aufbewahrt werden.

Angesichts der miesen Versorgungslage ist es kein Wunder, dass die vielen Streikaufrufe, die fast täglich aus denen verschiedenen Parteien und Gewerkschaften kommen, in diesen Hungertagen auch in der neuen Stadt Bottrop auf fruchtbaren Boden fallen. Ende Juli fehlen bei der Mittagsschicht auf Rheinbaben 200 Bergleute. Bei den Straßenbahnern kann hingegen wenige Tage später ein Streik gerade noch verhindert werden. Die Schaffner erhalten ab sofort pro Tag 14,50 Mark, die Fahrer liegen um eine Mark darüber.

 

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SOMMERSERIE (4): Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

Den neuen Städtern zwischen Boye und Emscher geht es im Sommer 1919 meist nicht sehr gut. Aber wie immer in schlechten Zeiten suchen die Menschen Abwechslung und Ablenkung in Vergnügungen. Und wie es sich für gerade aus dem Kaiserreich entlassene Deutsche gehört, wird die knappe Freizeit für diese Vergnügungen natürlich ordentlich organisiert. Durch die Kriegswirren von 1914 bis 1918 unterbrochen wird das Vereinsleben schnell wieder aktiviert. So veranstalten die vielen Junggesellen- und Gesellschaftsklubs schon wieder zahlreiche Feste.

So wie der „Rauchklub Blaue Wolke“. In einer Anzeige verkündet er, dass man „am kommenden Sonntag im Lokale des Herrn Bernard Tenbrink, Osterfelder Straße, ein Tanz-Kränzchen veranstaltet. Anfang: 4 Uhr. Es ladet freundlichst ein: Der Vorstand.“ Auf der gleichen Seite der „Bottroper Volks-Zeitung“ (BVZ), auf der diese Einladungsanzeige erscheint, preist ein Bottroper Händler den Stoff an, aus dem die Klub-Mitglieder beim „Tanz-Kränzchen“ viele blaue Wolken machen werden (Ausriss oben).

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SOMMERSERIE (3): Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

So sehr die Stadtwerdung Bottrops von der Amtsverwaltung auch bejubelt wird, was Ende Juli 1919 in dem Aufruf an die Bürger „Fahnen raus!“ gipfelt – die Bottroper haben in jenen Tagen andere Probleme. Wenige Monate nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ist die Lebensmittelversorgung immer noch miserabel.

Während die Verwalter von Preisen und Rationen offenbar keine größeren Probleme haben, als ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass Möhren mit Kraut nicht in Eisenbahnen transportiert werden dürfen (s. oben in der Bekanntmachung), knurrt den Menschen der Magen. Fleisch wird nur einmal in der Woche ausgegeben – wenn überhaupt. Denn oft gibt es nur Mehl als Ersatz, dazu 60 Gramm Margarine pro Kopf und Woche. Kein Wunder, dass Plünderungen von Lebensmittelgeschäften und Marktständen an der Tagesordnung sind. Der für Bottrop zuständige kommandierende General Walter droht in einer Bekanntmachung deshalb, in der Stadt den Belagerungszustand auszurufen.

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SOMMERSERIE (2): Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

 

 

Die “Schauburg” ist 1919 der Bottroper Filmpalast. Kinounternehmer  Biggemann hat sie im November 1917 eröffnet. Das Kino hat 800 Sitzplätze. Nach Kriegsende 1918 wird der Saal auch für Vorträge und Konzerte genutzt.

Mehr zur frühen Bottroper Kino-Geschichte lesen Sie HIER.

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SOMMERSERIE (1): Alltag in einer jungen Stadt. Bottrop 1919.

 

 

 

 

Trotz Zechen und Industrie ist Bottrop 1919 auch immer noch landwirtschaftlich geprägt. Viele Bergleute halten Nutztiere und schlachten selbst. Das ist selbst in den 1950er Jahren in den Bottroper Zechensiedlungen keine Seltenheit. Und sogar heute sind Schweine am Stück noch gefragt: In einem Supermarkt in Bottrop-City gibt es ab und zu Schweine in zwei Hälften, in Plastiktaschen abgepackt, als Sonderangebot zu kaufen.

Anmerkung zur Anzeige: Der Hinweis “gegenüber dem Krankenhause” bezieht sich auf das alte Marienhospital (Foto unten), das 1919 an der Ecke Gladbecker Straße/Scharnhölzstraße steht und von dem heute noch die Kapelle  (links im Bild) vor dem Finanzamt steht.

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Bottrop stöhnt unter Hitzewelle – im Juli 1911.

Es regnet in Strömen. Der 24. Juli 2011 begegnet den Bottropern morgens um neun Uhr mit mickerigen 12,4 Grad Celsius. Pullover sind angesagt, Regenjacke und Regenschirm. Wer die Wohnung nicht verlassen muss, bleibt drinnen und schaut am ersten Ferienwochenende betrübt aus dem Fenster.

Ganz anders vor genau hundert Jahren. Ganz Bottrop stöhnt unter einer lang anhaltenden Hitzewelle. Der Juli 1911 beschert Bottrop und halb Europa ständig Temperaturen über 30 Grad Celsius. Berlin meldet 34,6 Grad. Überall in der Emscherzone liegen die Temperaturen im Durchschnitt 2 Grad über dem langjährigen Mittel.

Die wochenlange Dürre lässt die Bottroper Bauern verzweifeln. Die Ernte ist verdorrt. Die Wiesen sind nicht mehr grün sondern graubraun. Kühe auf den Weiden suchen apathisch Schattenplätze. Die Menschen lechzen nach Regen. Die Tiere sind für jeden Wassertropfen dankbar (Foto oben, nachgestellt mit “Zorro” im Sommer 2005). Doch der Regen bleibt im Sommer 1911 aus, und das preußische Kulturministerium beschließt schulfrei für alle.

Die Hände reiben sich allerdings die Bottroper Limonaden und Eisverkäufer. Ihnen beschert der Jahrhundertsommer bis dahin nie erreichte Umsätze, er füllt ihre Kassen.

Dagegen führt die Missernte im Herbst zu steigenden Lebensmittelpreisen. Besorgt schauen die Bottroper Hausfrauen auf dem Markt auf die Preisschilder. Nicht die Trauben sind ihnen zu sauer, wie dem Fuchs in der Fabel, sondern die Kartoffeln sind zu teuer. Und das ist 1911 Realität.

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Geschichte in zwei Bildern: Gleiwitzer Platz 2006/2008

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Der Bottroper Oberstadtdirektor und das Klo

Ausriss: “Der Spiegel”, 22/1959, 27. Mai 1959

Tja, das waren noch harte Männer. Wie viele Klos gibt es eigentlich im Rathaus? Da die Stadt überall sparen muss, könnte der Kämmerer doch mal durchrechnen, ob man nicht nur Büchereien, sondern auch Toiletten schließen könnte. Mit eisernem Willen müsste da doch ein großer Berg mit eingespartem Geld zusammenkommen. Ganz in der Tradition von Oberstadtdirektor Dr. rer. pol. Fritz Kleffner.

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Gerade einmal zwei Jahre her: Karstadt-Protest

Auch heute ist in der Öffentlichkeit immer noch nicht konkret bekannt, wie es mit den 86 Karstadt-Warenhäusern weitergehen soll. Die “Strategie 2015″, die Anfang dieses Monats verkündet wurde und die eine Ausrichtung auf mehr junge Moden bringen soll, ist noch recht nebulös. Immerhin: Es gibt nach Firmenangaben keine Schließungspläne mehr. Und damit ist die Lage – auch für Karstadt Bottrop – deutlich besser als noch vor zwei Jahren. Im Juni 2009 wird das Haus aus Protest über die seit Monaten andauernde Hängepartie über die Zukunft des Konzerns für einen Tag dicht gemacht. Alle Schaufenster sind mit Packpapier und mit kleinen Plakaten verklebt. Mit Sprüchen wie „Wir wollen bleiben“, „Wir sind ein Stück Deutschland“ und „Wir sind das Herz der Innenstadt“ äußern die Mitarbeiter ihren Protest. Speziell wird auch auf die lange Geschichte von Karstadt in Bottrop hingewiesen, wo das erste Haus des Konzerns (damals noch unter dem Namen „Althoff“) 1892 an der Hochstraße eröffnet worden war.

Zur Karstadt-Geschichte in Bottrop lesen Sie HIER mehr.

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Von Postkutschen-Überfällen im Bottroper „Wilden Westen“ bis zum letzten Landpostbriefträger von Kirchhellen.

Nicht nur im legendären „Wilden Westen“ werden vor rund 150 Jahren Postkutschen überfallen. Auch im Bottroper Westen geht es zu der Zeit immer mal wieder räuberisch zu: In Grafenwald rauben böse Buben schon mal die Postkutsche aus. Und dann fallen den Räubern meist Briefe, Geld und sonstige Postsendungen in die Hände. Mitreisende verlieren Geldbörse und Reisegepäck. Das alles spielt sich auf dem „Alten Postweg“ ab. Das schreit geradezu nach einer Zeitreise. Also steigen Sie ein.

Von Münster nach Bonn führt der „Alte Postweg“. Vor 150 Jahren ist die Reise zwischen beiden Städten das reine Abenteuer. Wer unversehrt und gesund mit der Postkutsche sein Ziel erreicht, zündet gern zum Dank eine Kerze an.

Über die glatte Asphaltdecke des „Alten Postweg“, die Bezeichnung trägt er noch heute, zischen jetzt PS-starke Motorräder zum Biker-Treff Grafenmühle. Vor 150 Jahren quälen sich Kutschen durch den mit Schlaglöchern übersäten und von Spurrillen gezeichneten Sandweg. Und wenn dann plötzlich quer über diese holprige Fahrbahn ein Baumstamm liegt, Weiterlesen

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Gerade einmal zwei Jahre her: Berliner Platz

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Stichtag 19. Juli 1961: Das Heimatmuseum wird eröffnet. Doch Bottrop ignoriert das Jubiläum. Das Erbe des Gründers Arno Heinrich ist einigen Verantwortlichen offenbar lästig.

Der 19. Juli 1961 ist ein großer Tag in der Stadtgeschichte und für die Stadtgeschichte: Heute vor 50 Jahren wird das Heimatmuseum in der alten Oberbürgermeistervilla am Stadtgarten eröffnet. Noch ahnt niemand, dass dies die Keimzelle für eine bald einzigartige Museumslandschaft im Ruhrgebiet werden wird, das “Quadrat” (Emblem links). Dennoch ist allein die Gründung des Bottroper Heimatmuseum so bedeutend, dass selbst der Regierungspräsident den Weg in den Stadtgarten findet. Er würdigt, wie alle Festredner, das Engagement eines damals noch relativ unbekannten Mannes, ohne den das Museum und seine späteren Erweiterungen nicht möglich gewesen wären: Arno Heinrich.

Dieser Mann, 1929 in Stettin geboren, ist ein Glücksfall für Bottrop. Er selbst bezeichnet sich viele Jahre nach der Museumseröffnung als eine „durch den zweiten Weltkrieg verkrachte Existenz“, so wie es sie nach 1945 im Land reihenweise gibt. Er hat sich als Bauer und Handwerker versucht, bis ihn die Nachkriegswirren in Bottrop zum Bergmann auf Prosper und Rheinbaben werden lassen. Unter Tage wird seine Sammel-Leidenschaft für Mineralien und Fossilien geweckt. Schnell hat er eine interessante Sammlung zusammen, die er im Ledigen-Wohnheim in Ebel mit großem Erfolg ausstellt.

Das macht die Bottroper Stadtverwaltungsspitze auf Arno Heinrich (Foto rechts) aufmerksam. Trotz der üblichen Ebbe in der Stadtkasse ist für den damaligen Oberstadtdirektor Fritz Kleffner klar: Die Bottroper Geschichte braucht eine Heimat, braucht ein Museum. Und vor allem: Sie braucht entsprechende Dokumente und Ausstellungsstücke. Von dem ersten bescheidenen Heimatmuseum sind nach den Kriegszerstörungen nur wenige Exponate übriggeblieben. Arno Heinrich ist deshalb für die geschichtsbewußte Stadtspitze der ideale Mann.

Um 1954, als die Museums-Idee geboren wird, gibt es aber natürlich noch keine Stelle für einen Museumsleiter. Was tun? Weiterlesen

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Vor 135 Jahren: Die “Alte Allgemeine” wird gegründet. Schützenfest als Bindeglied für Tradition und Gegenwart

„Feiern die mitten im Sommer Karneval?“ Solche und ähnliche Fragen und Anmerkungen kann man an diesem Wochenende in der City wieder häufig hören. Denn es ist Schützenfest. Und vor allem Jugendliche können damit oft nichts anfangen. Schade, denn es ist eines der wenigen Beispiele für die Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, das in der oft als „geschichtslos“ angesehenen Stadt Bottrop regelmäßig in aller Öffentlichkeit präsentiert wird.

Foto: Das Schützenfest bestimmt an diesem Wochenende das Geschehen in der City. Auch die Dekoration in einigen Geschäften weist auf das Fest hin. Hier sind die Schützen aber etwas kopflos geraten.

Die „Alte Allgemeine Schützenbürgergesellschaft Bottrop e. V.“, so der gleichermaßen historisch wie gewichtig daherkommende Name der ältesten Bürgerorganisation in der Stadt, feiert in diesen Tagen ihr Schützenfest. Und dazu gehören seit jeher Märsche in Reih’ und Glied durch die Innenstadt mit entsprechender Marschmusik, Platzkonzerte, musikalische Weckrufe und natürlich das Vogelschießen zur Ermittlung des neuen Königs. Doch der geschichtliche Hintergrund ist – wie die oben erwähnten Anmerkungen zeigen – besonders jungen Leuten kaum bekannt, zumal ihnen die am Randes des Schützenfests auf den City-Straßen zu hörende Musik sehr exotisch vorkommt, denn in der Regel findet sie keinen Platz auf einem MP3-Player.

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Die City am 31. Oktober 2010: Laub, Stroh und keine Waffeln. Ein verkaufsoffener Sonntag ohne Bezug zu irgendwas.

Das Gerangel um einen verkaufsoffenen Sonntag am 30. Oktober 2011 in der Bottroper City spitzt sich zu. Das angelaufene Bürgerbegehren des Stadtverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) gegen die offenen Sonntage in Bottrop (pro Jahr je vier in der City und in den Stadtteilen) hat den Einzelhandelsverband (EHV) offenbar nervös gemacht.

Wenn das Begehren (mit dem Ziel drei offene Sonntage in der City und jeweils zwei in den Stadtteilen) erfolgreich sein sollte, erwartet EHV-Chef Karl Reckmann (Foto links) als mögliche Folgen den Vormarsch von Leerständen, Billigläden und Spielhallen in der City. Wie Reckmann am 9. Juli 2011 in der WAZ in scharfer Form erklärte, sieht er zudem die Gefahr, das mögliche neue Mieter des Hansazentrums wegen der Streichung des verkaufsoffenen Sonntags am 30. Oktober 2011 nicht ins Hansazentrum einziehen würden. Und auch negative Folgen „für unser Karstadt-Haus“ will er offenbar nicht ausschließen.

Dazu bieten wir einen kleinen Blick neun Monate zurück, also „Bottroper Geschichte – ganz frisch“. Und danach kann die „Allianz für den freien Sonntag“ der KAB-Gruppen dem letzten Oktober-Sonntag in diesem Jahr eigentlich ganz gelassen entgegensehen. Denn sie hat auch unter den Bottroper City-Händlern Verbündete, wie die Geschichte beweist. Weiterlesen

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Mein Gott, Bottrop! Die Stadt, ihr Image und das Fernsehen.

(Ausriss: HörZu)

Bottrop, sein Image und die Medien – das ist eine Geschichte für sich. Speziell vom Fernsehen fühlen sich die Stadtoberen und viele Bürger immer wieder völlig falsch dargestellt. Legendär ist der „Rattenfilm“, mit dem ein Team des ARD-Magazins „Report“ 1972 das Kohlenpott-Image der Stadt mit Bildern von freilaufenden Ratten auf Bottroper Straßen weiter in den Keller befördert. So berichtet der Bottroper Verleger Werner Boschmann 1994 in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ über seine damaligen Erlebnisse als Student an der Ruhruni in Bochum. Nach dem Rattenfilm wurde der Bottroper ständig mit der platten Frage konfrontiert: „Na, biste auch schon angefressen?“

Nur vier Jahre später kommt auf Bottrop erneut eine harte TV-Prüfung zu. Diesmal ist es das ZDF, das (aus Bottroper Sicht) Böses erwarten lässt: Am 17. Juli 1976 läuft um 21.30 Uhr die Satire „Mein Gott, Bottrop!“ (oben). Frei nach dem Titel von Mike Krügers damals aktuellem Hit „Mein Gott, Walther!“ spielen sich dieser Komiker, Brigitte Mira und Dirk Dautzenberg durch die Stadt. Jürgen von Manger ist mit seiner Parodie auf den Hit „Griechischer Wein“ dabei und schmettert den Werbesong für „Bottroper Bier“ (links). Dumm nur, dass die Westfalia-Brauerei am Berliner Platz zwei Jahre später abgerissen wird, um dem 1981 eröffneten Hansa-Zentrum Platz zu machen.

Von „Mein Gott, Bottrop!“ ist offenbar nichts geblieben. Bezahlbare Videorekorder gibt es 1976 noch nicht, private Aufzeichnungen sind offenbar nicht vorhanden. Nicht einmal im Internet finden sich noch nennenswerte Spuren von diesem Film. Und auch aus dem fiktiven Bottroper Fremdenverkehrsverein, der extra für diesen Film Mike Krüger als „Herrn Günther“ eingestellt hatte, ist nie etwas geworden. Schade.

Und so wird Bottrop auch heute noch in den Medien immer wieder gern als Symbol zum Beispiel für Rückständigkeit genutzt. So wie am vergangenen Freitag: In der ZDF-Satire-Reihe „Heute-Show“ ulkt Moderator Oliver Welke über die Bahn-Pannen während er Ostertage und berichtet vom völlig überfüllten EC „Heinrich-von-Kleist“ auf seinem Weg von Bottrop nach Münster. Dazu ist ein Filmschnipsel zu sehen, der einen dreimal überfüllten Zug (in Indien?) zeigt, auf dessen Trittbrettern und Dächern sich Menschen festklammern.

Schade, dass es ein Ulk war, denn eine, schnelle direkte Zugverbindung von Bottrop nach Münster – dafür könnte man ja schon mal auf das Zugdach klettern…

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Eine kleine Kohlen-Geschichte. Schwarzes Gold versilbert.

„Morgen kommt Kohle!“ Diese Ankündigung, die man heute vielleicht mit „Morgen ist das Geld auf dem Konto“ übersetzen würde, ist selbst noch vor 30 Jahren in Bottrop wörtlich zu nehmen. Und das bedeutet Arbeit, harte Arbeit. Denn morgen kommt der Kohlenmann mit seinem Laster und kippt uns eine Tonne Kohle (manchmal auch mehr) vor das Haus. Die muss dann irgendwie in den Kohlenkeller kommen.

Für dieses „irgendwie“ sind in den 1960er Jahren meist wir Kinder zuständig. Mit Schaufeln, Eimern und vielleicht mit einer Schubkarre (Luxus pur!) bewaffnet geht es nach den Schulaufgaben auf Straße. Dann wird geschaufelt und geschleppt. Bis kein Krümel Kohle mehr vor dem Haus liegt.

Was sich nach einer typischen Arbeit für Bergmannskinder anhört, ist es keineswegs. Denn mit Kohle wird nicht nur in Zechenhäusern geheizt. Weiterlesen

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Bottroper Karrieren: Wim Dohrenbusch (ARD-Radio)

Nach großer Karriere sah sein erster Lebensabschnitt nicht aus: Wim Dohrenbusch, 1954 in Bottrop geboren, bricht die Schulausbildung ab und schlägt sich als Taxifahrer, Lkw-Fahrer, Bauhilfsarbeiter und Praktikant durch. Heute Mittag war er eine Stunde lang in der Radiosendung „Tagesgespräch“ des Hörfunksenders Bayern 2 zu hören – nicht als Experte für Lastwagentransporte, sondern als einer der kenntnisreichsten Afrika-Kenner der ARD (s. Bildschirmfoto unten).

Seltsam? Aber doch nicht für Bottroper Karrieren! Denn 1976 kriegt Dohrenbusch die Kurve. Auf dem zweitem Bildungsweg studiert er Sozialpädagogik – und landet bei der WAZ. Nach einer Fachausbildung (Volontariat) wird er bei der Zeitung Redakteur. Von 1985 bis 1988 ist er Afrika-Korrespondent für mehrere deutsche Zeitungen in Nairobi, der Hauptstadt des ostafrikanischen Staates Kenia.

Dann wechselt er zum WDR und beackert journalistisch u. a. für das Studio Essen seine Heimat, das Ruhrgebiet. Doch 2008 zieht es ihn wieder nach Afrika. Drei Jahre lang berichtet er für den WDR und die gesamte ARD wieder aus Kenia. Nach einer Zwischenstation bei WDR 2 in Köln ist Wim Dohrenbusch nun wieder im Ausland unterwegs – allerdings in der Nachbarschaft.

Als Reisekorrespondent im WDR-Büro in Den Haag versorgt er den WDR und alle 60 Radioprogramme der ARD nun mit Radiobeiträgen über die Niederlande – der Wandel in der Integrationspolitik, die großen Reformen, große Kunstausstellungen, Sportereignisse oder Klatschgeschichten aus dem Königshaus sind seine Themen. Aber auch alle wichtigen Prozesse am Internationalen Gerichtshof, am Jugoslawien-Tribunal und am Internationalen Strafgerichtshof beobachtet er für die deutschen Radiohörer. Denn diesem Medium ist er stets treu geblieben.

Und selbst wenn es aus Den Haag mal gerade nichts zu berichten gibt, ist der Bottroper gefragt: als Afrika-Fachmann wie heute Mittag auf Bayern 2.

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Geschichte in zwei Bildern: Martinskirche 1910/2010

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Schon 1905: Radfahrer sind für die Obrigkeit ein rotes Tuch

Für diese Zeitreise durch die Bottroper Geschichte benutzen wir ein spezielles Fortbewegungsmittel: Aus Anlass des Endes der Firma Beelert (gegründet 1908) geht es mit dem Fahrrad rund 100 Jahre in die Vergangenheit.

Und überraschenderweise (oder auch nicht) stellt man fest: Die Bottroper Obrigkeit ist sich über die Jahrzehnte hinweg treu geblieben. Die Fahrradfahrer sind für viele Politiker und Stadtverwalter offenbar schon immer eine Art Lieblingsfeind gewesen. Heute zeigt sich das am immer noch recht lückenhaften und oft unzureichend in Schuss gehaltenen Radwegenetz in Bottrop. Das Bild unten zeigt zum Beispiel die jahrelange Radweg-Situation an der Bahnhofstraße bis zu ihrem Umbau vor zwei Jahren. Auch die „moderne“ Führung der Radwege entlang der neuen Autopiste durch die Innenstadt zeugt nicht von viel Sympathie der Straßenplaner für Radler. Zudem ist das ewige Gezänk um die Nutzung der Bottroper Fußgängerzone durch Radfahrer symptomatisch für das offenbar gestörte Verhältnis zwischen Rathaus und Pedale.

Während in der Fußgängerzone zeitweise so viel Autoverkehr herrscht wie auf einer normalen Straße, gab es für die Radfahrer stets rigide Beschränkungen, die aktuell durch eine Chaoslösung für die Fußgängerzone ersetzt worden sind. Allerdings: Die Ahnen der heutigen Bottroper Obrigkeit konnten es noch etwas besser. Also strampeln wir in Richtung 1905.

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Die Knippenburg (1385 – 1962). Eine wechselvolle Bottroper Geschichte. Vom Adelssitz zum Gewerbegebiet.

Waggonweise rollen heute an jedem Tag „An der Knippenburg” in Bottrop Schuhe an. Wo einst der erste Landrat des Landkreises Recklinghausen, Friedrich Carl Devens, gelebt hat, steht heute die Zentrale eines der größten Schuh-Filialisten Deutschlands. An das Geschlecht derer von Knippenburg und an die Knippenburg selbst erinnert nur noch der Straßenname: „An der Knippenburg”. Er steht inzwischen für ein großes Gewerbegebiet.

Man schreibt das Jahr 1385, da beginnt der Bau der Knippenburg durch jenes Adelsgeschlecht, das ihr auch den Namen gibt. Ein Familienmitglied gehört damals zu den Ministerialen der Fürstäbtissin von Essen. Und auch noch im 18. Jahrhundert gehört die Knippenburg zum Fürstentum Essen. 1758 wird dort ein Klemens Freiherr von Asbeck geboren. Er wird später berichten, dass die Dichterin Luise Hensel öfter auf der Knippenburg zu Gast ist. Weiterlesen

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Der historische Durchblick: Berliner Platz 1928/2008

Bottroper Geschichte – ganz frisch und auf einen Blick bietet unsere Reihe „Der historische Durchblick“: zwei Fotos aus unterschiedlichen Zeiten, aber vom gleichen Standort aus aufgenommen, exakt übereinander gelegt und mosaikartig als Bild aus Vergangenheit und Gegenwart präsentiert.

Heute steht das Postgebäude am Berliner Platz im Mittelpunkt. Es ist – 1924 eröffnet – eines der wenigen Gebäude in Bottrop, das seit bald 90 Jahren nahezu unverändert aussieht. Doch das scheint eben nur so: Die Eingänge wurden mehrmals umgebaut und verlegt. Die beiden Fotos, die auch einen Blick in die Brauerstraße vermitteln, stammen aus den Jahren 1928 und 2008, als der Berliner Platz Bottrop tiefste und größte Baugrube war.

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Der Innovation-Architekt, die Autos und die zufriedene SPD. Historische Fehlentscheidung an der Osterfelder Straße?

Die SPD ist also zufrieden, dass an der Osterfelder Straße 56 Bäume abgehackt werden und so Platz für 42 Parkplätze entsteht (s. rechts). Allerdings könnte sich dieser umweltpolitische Unfug bald als Eigentor, als historische Fehlentscheidung, entpuppen. Denn der Innovation-City-Oberbürgermeister (SPD) plant laut Pressemitteilung, das Kölner Büro des Frankfurter Architekten Albert Speer zu verpflichten. Der Sohn von Hitlers gleichnamigen Generalbauinspektor und seit langem anerkannter Experte seines Fachs soll am „Masterplan“ für Innovation-City mitarbeiten. Denn, so Stefanie Hugot vom Innovationcity-Team: „Schließlich ist es kein leichtes Unterfangen, die beiden Ziele, die Senkung des CO2-Verbrauchs und die Steigerung der Lebensqualität, planerisch zu erarbeiten.”

Da könnte das Speer-Büro auf bewährte Ideen zurückgreifen, die aber irgendwie nicht zur zufriedenen SPD mit ihren 56 gefällten Bäumen (s. Fotomontage links) und zusätzlichen Parkplätzen an der „Osterfelder“ passen. Schon 2008 hat Speer für Köln so einen „Masterplan“ entworfen, wie er ihn jetzt wohl auch für Bottrop erstellen soll. In diesem Konzept spielt die Verkehrsplanung eine wichtige Rolle.

Laut Welt-Online (19. Dezember 2008) stellte Speer dabei nicht nur für den Kölner Plan die zentrale Frage: „Wie geht die Stadt des 21. Jahrhunderts mit dem Autoverkehr um?” Seine Antwort: Nur wenn das Kraftfahrzeug aus seiner beherrschenden Rolle in die dienende Funktion zurückgedrängt werde, könnten die Städte für das heute wieder verstärkt nachgefragte innerstädtische Wohnen qualifiziert werden. Erst dann werde auch der großstädtische Boulevard, das „sehr schöne Gebäude“, der Platz und die alte Kirche jene Wirkung zurückerlangen, die sie einst so anziehend gemacht hätten. Weiterlesen

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Geschichte in zwei Bildern: Hochstraße 1998/2006

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Der Bildstreifzug. Wahlkampf im Herbst 1976.

Ende September 1976: Hans-Dietrich Genscher auf der Hochstraße (Foto links). Vor der Kulisse von St. Cyriakus und Alter Apotheke. Gerade hat er auf dem Kirchplatz eine Rede gehalten. Eine Wahlkampfrede. Mit Erfolg? Am Abend des 3. Oktober hat die FDP bei der Bundestagswahl an diesem Tag 7,9 Prozent erreicht. CDU/CSU liegen bei 48,6 Prozent, die SPD kommt auf 42,6 Prozent. Die Koalition von SPD und FDP mit Helmut Schmidt und Genscher kann weiter regieren. Im Wahlkreis Bottrop/Gladbeck treten damals Johann Wuwer (SPD), Hans Günter Borgmann (CDU), Helmut Kreul (FDP) und Clemens Kraienhorst (DKP) an. Am gleichen Tag ist auch Kommunalwahl. Der Bildstreifzug zeigt Impressionen vom damaligen Wahlkampf in Bottrop.

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Geschichte in zwei Bildern: Fußball-WM 2006/2011

Juli 2006: Fußball-WM                              Juli 2011: Fußball-WM

Auch in Bottrop wurde 2006 während der Fußball-WM im eigenen Land ein Sommermärchen gefeiert. In der Innenstadt hatten zahlreiche Geschäfte ihre Schaufenster mit Bällen und Fahnen dekoriert. Fünf Jahre später ist wieder Fußball-WM im eigenen Land – doch diesmal findet sich so gut keine Dekoration in den Geschäftsfenstern. Der Blick auf diese Apotheke an der Poststraße ist nur ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich beide Ereignisse das Alltagsbild auch in Bottrop prägen.

Irgendwas muss diesmal anders sein.

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Stichtag 1. Juli 2001: Bottroper Aufgalopp für das „Rote Pferd“ an der Kirchhellener Straße.

Am 26. Juni 2001 hat der Informationsdienst Ruhr eine richtig schöne bunte Meldung: „Bottrop bekommt ,Rotes Pferd’“, heißt es da. Und in der Tat: Heute vor genau zehn Jahren, am 1. Juli 2001, gibt es an der Kirchhellener Straße in Richtung Kirchhellen – rechts, kurz hinter der Feuerwache – einen Aufgalopp Bottroper Pferdekenner (Foto oben).Sie sind der Einladung des Unternehmers Karl Reckmann (Foto links) gefolgt, der sich zum wiederholten Mal als Kunstmäzen präsentiert. Diesmal ist es also ein Pferd. Ein rotes. Eine Skulptur des heute 63 Jahre alten Oberhausener Künstlers Johann Hinger (Foto unten, dunkles Hemd), auf die er besonders stolz ist, wie er jüngst im WAZ-Internet-Portal “Der Westen” berichtete.

Kunst im öffentlichen Raum ist immer so eine Sache”, sagte der Künstler in dem Interview, gerade abstrakte Arbeiten würden von den Menschen oft nicht angenommen. “Wie oft werden Kunstwerke besprüht.” Seinem Pferd in Bottrop sei so etwas noch nie widerfahren, was für ihn ein Zeichen sei, wie sehr die Skulptur von den Menschen akzeptiert werde.

Die acht Meter hohe und 13 Tonnen schwere Stahlplastik soll an die Bedeutung des Pferdes für Bottrop erinnern, die heute auch noch durch die Schauveranstaltung „Pferdemarkt“, jeweils Anfang Mai, wachgehalten wird.

Das Rote Pferd hat sich in zehn Jahren zu einem Stück Bottrop und zu einem attraktiven Blickfang entwickelt, der auch für Fotografen eine Herausforderung ist – und da kann das Pferd am Computer auch schon mal seine Farbe wechseln.

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Der Bildstreifzug. Im Traumland an der Hochstraße.

Dieses Foto aus dem Jahr 2001 zeigt in doppelter Hinsicht Bottroper Geschichte: Der Kirchhellener Traumlandpark existierte zu diesem Zeitpunkt schon seit fünfzehn Jahren nicht mehr (mehr dazu im Bottblog. Hier).  Nach seiner Gründung 1977 war es 1986 mit dem Original-Park schon wieder vorbei. Dafür muss die Fassadenfarbe, mit der die Wandreklame am Eckhaus Untere Hoch-/Essener Straße gestaltet worden war,  sehr gut gewesen sein.

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Finanzkrisen? Welche Finanzkrisen? Für die Volksbank Kirchhellen ist Bottrop seit drei Jahren eine Insel.

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Da brennt der Baum. Da qualmt der Busch. Kokerei sorgt seit 80 Jahren für einzigartige optische Schauspiele über Bottrop.

Seit 83 Jahren läuft die Kokerei Prosper. Und fast genauso lange produziert diese im Ruhrgebiet inzwischen beinahe einzigartige Industrie-Anlage nicht nur Koks, sondern auch interessante optische Schauspiele. Die gibt es in dieser Fülle wohl nur in Bottrop zu sehen. Während die imposanten Wasserdampf-Wolken in regelmäßigen Abständen in die Luft gehen, wird die Abgasfackel in der Nähe des Werksparkplatzes an der Prosperstraße nur sporadisch eingesetzt – wenn es Reparaturarbeiten gibt oder die Weiterleitung des Kokereigases an die Kunden irgendwo stockt. Dann aber brennt der Baum, dann qualmt der Busch. Natürlich kommt es dabei auf den eigenen Standort und den Blickwinkel an. Aber wenn dann auch noch Sonne und Wind richtig mitspielen, gibt es hier überraschende Kombinationen von Industrie und Natur zu sehen.

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Das historische Fragezeichen. Das Wochenend-Rätsel. Sieben.

An jedem Wochenende gibt es bei “Bottroper Geschichte – ganz frisch” ein ganz frisches Rätsel: „Das historische Fragezeichen“. Dabei geht es natürlich um die Vergangenheit unserer Stadt. Da unser Blog ganz privat und nicht kommerziell ist, gibt es (leider) nichts zu gewinnen. Aber der jeweilige Sieger wird in die „Hitliste der Bottroper Geschichtskenner“ aufgenommen (ob mit realem Namen oder mit Benutzernamen entscheidet natürlich jeder Teilnehmer selbst). Die Frage erscheint an jedem Samstag um 15 Uhr auf Damals.inBottrop.net. Es werden drei Antwort-Möglichkeiten angeboten (diesmal nicht, weil es sonst wohl zu einfach wäre). Wer als Erster die richtige Antwort schickt, hat gewonnen. Die Rätselrunde endet am Sonntag um 17 Uhr. Um 18 Uhr wird der Gewinner veröffentlicht. Nun viel Spaß beim „Historischen Fragezeichen“.

 

Wo in Bottrop entstand dieses Foto?


 

E-Mail an info@damals. inBottrop.net oder Kommentar auf dieser Seite.

Bis Sonntag, 17 Uhr.

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Das “Historische Fragezeichen” ist beantwortet. Das Foto entstand nicht auf einem Bahnhof, wie einige vermuteten, sondern im alten Jahnstadion: Es zeigt einen der Hinweis-Würfel für die Blockabschnitte. Eine richtige Antwort ging diesmal nicht ein. Allen vielen Dank fürs Mitmachen.

HINWEIS: Das “Historische Fragezeichen” macht nun ein paar Wochen Sommerpause. Der Blog “Bottroper Geschichte” ist auch weiterhin “ganz frisch” in Zeit und Raum unterwegs.

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Im Juni 1960 ist Schluss: Bahnhof Nord sperrt Fahrgäste aus. Doch die Trasse ist in Bottrop heute noch allgegenwärtig

Heute ist der Bottroper Bahnhof-Nord auf dem Eigen für Fahrgäste ohne Bedeutung. Als Treffpunkt, von dem aus sie in die „große, weite Welt“ gefahren sind, wird er nur wenigen noch lebenden Bottropern gedient haben: Denn schon vor 51 Jahren, im Juni 1960, verschwindet der Bahnhof (Foto unten, 2008) aus dem Kursbuch der Deutschen Bundesbahn.

Doch das geschieht ohne Aufsehen, ohne Proteste von Fahrgästen – denn die gibt es kaum noch, als zwischen Osterfeld und Dorsten der letzte „Zug mit Personen-beförderung“ über die Gleise rollt. Diese Behördenbahn-Formulierung kommt nicht von ungefähr: Eigentlich fahren auf der Strecke nämlich nur Güterzüge, an die die Bundesbahn jeweils einen Personenwagen anhängt. Im Bahn-Abkürzungs-Wahn heißt das „GmP“ oder in der Langfassung: „Güterzug mit Personenbeförderung“. (Meine alte Märklin hat so einen GmP-Zug oben und unten nachgestellt.) Weiterlesen

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