Bottroper Karrieren: Theo Jörgensmann 1978

Theo Jörgensmann kommt zum Heimspiel. Das ist im September 1978 eine erfreuliche Nachricht für seine Verehrer. Davon hat der damals 30-Jährige zwar noch nicht so viele wie heute. Aber längst zeichnet sich ab, dass da ein ganz großer Bottroper Künstler agiert, der im Jazz weltweit Furore machen wird.

Der aktuelle Eintrag im Internet-Lexikon Wikipedia 33 Jahre nach dieser Zeitungsnotiz spricht für sich: Theo Jörgensmann (geb. 29. September 1948 in Bottrop) ist ein deutscher Klarinettist, Jazz-Musiker, Komponist und ein Protagonist des Modern Creative Stils. Theo Jörgensmann gehört zur zweiten Generation der europäischen Free Jazz Musiker. Er war an der Renaissance der Jazzklarinette in den 1980er Jahren beteiligt und gilt als einer der herausragenden Solisten auf diesem Instrument. Jörgensmann zählt zu den wenigen Klarinettisten, die unbegleitete Solo-Konzerte geben oder Solo-CDs veröffentlichen. Hier geht’s weiter.

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Der Bildstreifzug. Grüne Berne-Soße.

Dieses Panorama-Foto der ehemaligen Kläranlage an der Bernemündung stammt aus dem Jahr 2008. Inzwischen hat sich an der vor über zehn Jahren stillgelegten Anlage viel getan. Dabei wurde von der Emschergenossenschaft unter anderem eines der beiden riesigen Klärbecken mit 73 Metern Durchmesser mit 21 000 Stauden und Gräsern bepflanzt. Die „grüne Soße“ ist auch verschwunden.

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Das Historische Fragezeichen. Das Wochenend-Rätsel. Sechs.

An jedem Wochenende gibt es bei “Bottroper Geschichte – ganz frisch” ein ganz frisches Rätsel: „Das historische Fragezeichen“. Dabei geht es natürlich um die Vergangenheit unserer Stadt. Da unser Blog ganz privat und nicht kommerziell ist, gibt es (leider) nichts zu gewinnen. Aber der jeweilige Sieger wird in die „Hitliste der Bottroper Geschichtskenner“ aufgenommen (ob mit realem Namen oder mit Benutzernamen entscheidet natürlich jeder Teilnehmer selbst). Die Frage erscheint an jedem Samstag um 15 Uhr auf Damals.inBottrop.net . Es werden drei Antwort-Möglichkeiten angeboten. Wer als Erster die richtige Antwort schickt, hat gewonnen. Die Rätselrunde endet am Sonntag um 17 Uhr. Um 18 Uhr wird der Gewinner veröffentlicht. Nun viel Spaß beim „Historischen Fragezeichen“.

Unser Foto zeigt die Hauptpost am Berliner Platz. Das Gebäude ist eines der ältesten in der Bottroper City. Wann wurde die Post eröffnet? Wer den Blog “Bottroper Geschichte – ganz frisch” aufmerksam gelesen hat, kommt schnell auf die richtige Antwort.

A 1899        B 1915        C 1924

E-Mail an info@damals.inBottrop.net oder Kommentar auf dieser Seite. Bis Sonntag, 17 Uhr

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Das “Historische Fragezeichen” ist beantwortet. Die richtige Antwort – 1924 – kam am schnellsten von tobi11. Glückwunsch! Allen vielen Dank fürs Mitmachen. Das nächste “Historische Fragezeichen” gibt es am kommenden Wochenende.

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16. Juni 1921: Die Einzelhändler gründen ihren Verband. Althoff, Böhmer, Broch & Co. sorgen für städtisches Flair.

Foto: Die Hansastraße wird in den 1920er zum zweiten Handelsschwerpunkt. Links: Böhmer (1928). Hintergrund: Althoff (1929).

Achtung, Kalauer! Warum heißen Einzelhändler Einzelhändler? Weil jeder einzeln handelt. In Bottrop ist das – Kalauer hin, Kalauer her – zwar auch heute noch oft so zu beobachten. Aber am 16. Juni 1921, heute vor genau 90 Jahren, haben zahlreiche Bottroper Kaufleute genug von Alleingängen: Sie wollen gemeinsam in die Zukunft gehen und gründen die Bottroper Kaufmannschaft, den Vorgänger des heutigen Einzelhandelsverbands.

Der geht allerdings davon aus, in diesem Jahr schon 100 Jahre alt zu sein. Denn im März 1911 wurde der „Verein für Handel und Gewerbe Bottrop“ aus der Taufe gehoben. Doch diese Dachorganisation für Kaufleute und Handwerker passte schon nach zehn Jahren nicht mehr in die Zeit. So berichtet der damalige Geschäftsführer der „Vereinigten Kaufmannschaft“, Th. Füßmann, Anfang der 1950er Jahre, dass sich die beteiligten Branchen immer mehr spezialisieren mussten und die Interessen von Händlern und Handwerkern immer mehr auseinander gingen.

Und so wird der Handels- und Gewerbeverein am 16. Juni 1921 aufgelöst und am gleichen Tag die „Vereinigte Kaufmannschaft Bottrop“ gegründet.

Ab sofort sind die Bottroper Einzelhändler unter sich. Und das ist gut so. In der aufstrebenden Gemeinde haben sie denn auch genug zu tun. Zwar hat Bottrop – bis 1919 das größte Dorf Preußens – erst seit zwei Jahren die Stadtrechte, doch die 73 000 Menschen zwischen Boye und Emscher wollen versorgt sein. Zudem fällt die Gründung der Kaufmannschaft nach dem Untergang des Kaiserreichs und den überstandenen politischen Wirren in eine Zeit des Aufbruchs.

Der Einzelhandel in der jungen Stadt hat allerdings noch dörflichen Charakter. Die meisten Geschäfte sind damals im Schatten der Cyriakus-kirche an der Hochstraße zu finden. Hier kann man so bekannte Firmen wie Althoff, Böhmer und auch die Alte Apotheke finden. Am Ende des Jahrzehnts, am Ende der angeblich so goldenen 20er Jahre, hat sich die Bottroper Innenstadt deutlich gewandelt: Althoff (in Bottrop ab 1960 als Karstadt bekannt) hat 1929 sein 6000 Quadratmeter großes Haus an der Hansastraße eröffnet (Bild oben). Es wirkt auf die alteingesessenen Bottroper Händler zunächst wie ein Schock, wie ein Ding aus einer anderen Welt. Doch schon bald zeigen sich die positiven Seiten eines so außergewöhnlichen Geschäfts: Es wirkt wie ein Kundenmagnet, von dem auch alle anderen Händler in der Innenstadt profitieren.

Das gilt auch heute noch. Gerade in diesen Tagen ist im Zusammenhang mit der jetzt zum x-ten Mal angekündigten „Revitalisierung“ des fast toten Hansazentrums von einem so genannten Anker-Mieter die Rede. Gemeint ist damit ein Geschäft, das durch Größe und Kunden-attraktivität für einen Käuferstrom sorgen soll.

Ende der 1920er Jahre ist das aber nicht nur Althoff. Gleich gegenüber lockt seit 1928 eine Filiale der US-Kette Woolworth mit ihren Billigwaren. Bottrop ist einer der ersten deutschen Standorte der Firma, die erst 1927 den Schritt nach Deutschland gewagt hat.

Ein kleines Stück weiter in Richtung Altmarkt geht es hingegen ganz heimisch zu: Dort hat das Schuhhaus Böhmer, seit 1908 an der Hochstraße zu Hause, nach dem Umzug ein mehrstöckiges Geschäft bezogen. Am Altmarkt dominiert schon damals die 1913 gegründete Firma Borgmann mit ihren Eisenwaren und Haushaltsgeräten die Szene.

Am anderen Ende der Hansastraße, gleich neben der Cyriakuskirche, ist seit 1911 die Firma Broch mit ihren Haushalts- und Dekorationsartikeln tätig. Ihr gegenüber ist der Eingang zur Brotfabrik Allermann, die bereits seit 1870 viele Bottroper mit ihren Backwaren versorgt – und das übrigens nicht nur in der Innenstadt. Allermann hat eine große Flotte von Pferdefuhrwerken, mit der der Bäckermeister seine Stammkunden in allen Bottroper Stadtteilen und Zechenkolonien versorgt.

Doch der Aufschwung Ende der 1920er täuscht: Dem Bottroper Handel stehen nach den tiefen Einschnitten durch Ruhrbesetzung (1923) und Inflation (1923) weitere schwere Zeiten bevor, von denen die Weltwirtschaftskrise ab 1929 nur der Anfang sein wird…

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Gerade einmal fünf Jahre her: “WM-Dorf” am Saalbau

Heute vor fünf Jahren beginnt die Fußball-WM der Männer in Deutschland. In Bottrop gibt deshalb eine Gelegenheit zum Rudelgucken am Saalbau, die etwas gr0ßspurig als “WM-Dorf” beworben wird. Als Blickfang für ihren Werbezettel (hier im Ausriss) nutzt die Stadt ein Bild, das von Anabella (damals 10 Jahre) von der Cyriakusschule gemalt wurde.

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Zur Erinnerung für die Grünverwalter im Rathaus: So sehen Bäume auf dem Gleiwitzer Platz aus.

Ende 2008 wurden auf dem Gleiwitzer Platz fast ein Dutzend Bäume abgeholzt. Der Grund: Damals wurden der Platz und Teile des Pferdemarkts als Not-ZOB hergerichtet, weil der Umbau des Busbahnhofs am Berliner Platz eine Verlagerung des Nahverkehr-Knotenpunkts nötig machte. Seit neun Monaten ist der neue ZOB auf dem Berliner Platz in Betrieb. Wenige Tage später war der Gleiwitzer Platz wieder zu einem Parkplatz umgebaut. Mit der Neuanpflanzung von Bäumen lässt sich die Stadtverwaltung allerdings viel Zeit: Bis heute ist da nichts passiert, was jetzt auch die Baum- und Grünschutzinitiative kritisiert (links).

Aber vielleicht kann man sich im Rathaus ja gar nicht mehr vorstellen, wie der Gleiwitzer Platz mit Bäumen aussah und was da zu tun ist. Als kleine Hilfe für die Baumverwalter deshalb hier ein Foto aus dem Februar 2008: So sah der Gleiwitzer Platz vor der Abholzaktion aus.

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Der Preisvergleich für den Wochenend-Einkauf: 1981

Alles ist teurer geworden. Wenn man die offizielle Inflationsrate, die alle Preise der vielen tausend Waren des statistischen Warenkorbs berücksichtigt, stimmt das in der Regel. Aber es soll auch Produkte geben, die selbst nach 30 Jahren nicht sehr viel mehr kosten. Wer will, kann das in diesen Tagen beim Wochenendeinkauf überprüfen. Hier eine Auswahl von Preisen, die Bottroper Supermärkte im Frühjahr 1981 verlangen. Übrigens, die Zeitungen, in denen diese Anzeigen damals erscheinen, kosten meist 50 Pfennig (knapp 26 Cent). Für die gleichen Zeitungen werden heute etwa 1,20 Euro verlangt.

Alle Preise in DM. 1 DM = etwa 0,51 Cent. Für grobe Umrechung DM-Preise halbieren.

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Gerade einmal zwei Jahre her: Berliner Platz

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Mai 2008: Das Ehrenpark-Fiasko beginnt

Im Mai 2008 herrscht im Ehrenpark Aufbruchstimmung (Foto oben). Auf Einladung der Stadtverwaltung engagieren sich viele hundert Bürger und machen eine Woche lang ihre Vorschläge zur geplanten Umgestaltung des Parks. Der damalige Baudezernent Bernd Tischler hängt sich besonders rein. Er will offenbar sein Meisterstück in Sachen Stadtumbau und Bürgerbeteiligung abliefern. Die WAZ ist mit ihrer mobilen Redaktion vor Ort (Foto unten), und die im Park heimischen jugendlichen Skater können ihre Wünsche bei mehreren Workshop-Terminen einbringen. Neben verschiedenen städtischen Ämtern sind auch Politiker aller fast Parteien am Ball. Fazit nach dem Ende der Workshop-Woche: Der Ehrenpark wird unter Berücksichtigung möglichst vieler Ideen möglichst schnell umgestaltet. Mit neuer und leiserer Skaterbahn. Mit einer Café-Terrasse. Mit neuem Spielplatz. Mit moderner Toilette. Mit abgegrenzter Hundewiese. Als Starttermin für diesen so genannten Mehrgenerationenpark wird zunächst immer wieder „Ende 2009“ genannt. Die Planungen seien abschlossen, heißt es schon bald bei der Stadtverwaltung, man warte jetzt nur noch auf grünes Licht für die Freigabe der Fördermittel durch die Bezirksregierung in Münster.

Diese uniforme Aussage bekommen die Bürger meist auch im Laufe des Jahres 2010 immer wieder zu hören, wenn sie nach dem Stand der Dinge fragen. Denn bis Ende 2009 sind tatsächlich nur der neue Spielplatz und ein paar Fitnessgeräte für Senioren fertig. Inzwischen ist auch die Kommunalwahl 2009 vorbei, Baudezernent Tischler ist Oberbürgermeister geworden. Weiterlesen

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Thema Kultur: Gegendarstellung der Stadtverwaltung. 1929.

Ausriss: Bottroper Volkszeitung (BVZ), 1929

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Innovation-City und die 50 Jahre alte Fernwärme-Technik

In diesen Tagen war NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) in der Boy zu Gast, um mit einem Spaten an der Kantstraße etwas herumzubuddeln – Symbol für den Start eines Bauvorhabens, durch das bis Ende nächsten Jahres 160 Wohnungen in der Boy an das Fernwärmenetz der Steag angeschlossen werden sollen. OB Tischler wird von der WAZ so zitiert: „Jetzt gehen die ersten konkreten Projekte an den Start, und für die Bürger wird hier sichtbar: Es tut sich was in Bottrop.“ Und zwar deshalb, weil diese Hausschlüsse an die Fernwärme natürlich unter der großen Überschrift „Innovation-City“ laufen. Der Umweltminister sagt bei der Gelegenheit, dass dieses Fernwärme-Vorhaben kein gewöhnliches sei. Unklar bleibt jedoch, was da so ungewöhnlich ausgerechnet an diesen 160 Fernwärme-Häusern ist. Wo es doch schon allein bei der Steag 300 000 Wohnungen im Fernwärmenetz gibt.

Deshalb ein kleiner Blick zurück. Fernwärme gibt es hier, mitten im Ruhrgebiet, schon seit Jahrzehnten. So fällt in Essen am 20. Oktober 1960 der Startschuss für die Fernwärmeversorgung in der dortigen Innenstadt. Ab dem 29. September 1966, also seit bald 45 Jahren, werden auch in der Bottroper City die ersten Wohnungen fernbeheizt. Die Wärme kommt vom Heizwerk der Zeche Prosper 3 an der Gladbecker Straße, wo heute noch eine Bushaltestelle und ein Stück Zechenmauer an diese Schachtanlage in Citynähe erinnern. Ende 1994 beliefert die Ruhrkohle-Tochter Steag als Betreiberin des Fernwärme-Netzes in Bottrop, Essen und Gelsenkirchen bereit 90 Prozent aller Gebäude in der Essener Innenstadt. Und auch in Bottrop baut sie ihr Netz in den Jahren danach stets weiter aus.

Insgesamt hängen an diesem Netz heute -  wie erwähnt – bereits über 300 000 Wohnungen, viele davon in Bottrop. Doch jetzt ist offenbar etwas neu: Ab sofort werden neue Wohnungsanschlüsse wohl als Teil des Projekts Innovation-City gefeiert. Wenn das so ist, dann gibt es – im Umkehrschluss – so etwas wie Innovation-City schon seit 1960. Zumindest bei der Fernwärme. Dafür spricht auch ein Blick ins Jahr 1976. Auch da hat die Steag hohen Besuch, sogar einen Bundesminister: Am 9. September will der damalige Bundesforschungsminister Matthöfer einmal sehen, wo die Gelder stecken, mit denen sein Ministerium die Fernwärmenetze in Bottrop, Essen und Gelsenkirchen bereits gefördert hat. Insgesamt geht es um 175 Millionen DM, umgerechnet rund 90 Millionen Euro. Da wirkt die halbe Million, die diesmal aus Bundes- und Landesmitteln kommt, recht bescheiden.

Aber es gibt jetzt eben das Projekt Innovation-City. Da gelten offenbar andere Regeln. Oder warum wird den Bürgern die weitere Nutzung einer seit 50 Jahren bewährten Technik so groß als Fortschritt verkauft?

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Geschichte in drei Bildern: Essener Straße 2001/2008

Vor zehn Jahren beginnt der Abriss der Zechen-häuser entlang der Essener Straße zwischen Bahnhofstraße und Bahnunter-führung. Ein Stück Bottroper Geschichte an prominenter Stelle verschwindet binnen weniger Wochen. Mit den für unsere Stadt typischen Ziegelhäusern haben die Bagger ein leichtes Spiel (Foto oben). Heute grüßen an gleicher Stelle typische Bottroper Betonwände, hinter denen sich im Südring-Center Fastfood- und Discounter-Ketten verstecken.

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“Das historische Fragezeichen”. Das Wochenend-Rätsel. Fünf.

An jedem Wochenende gibt es bei “Bottroper Geschichte – ganz frisch” ein ganz frisches Rätsel: „Das historische Fragezeichen“. Dabei geht es natürlich um die Vergangenheit unserer Stadt. Da unser Blog ganz privat und nicht kommerziell ist, gibt es (leider) nichts zu gewinnen. Aber der jeweilige Sieger wird in die „Hitliste der Bottroper Geschichtskenner“ aufgenommen (ob mit realem Namen oder mit Benutzernamen entscheidet natürlich jeder Teilnehmer selbst). Die Frage erscheint an jedem Samstag um 15 Uhr auf Damals.inBottrop.net . Es werden drei Antwort-Möglichkeiten angeboten. Wer als Erster die richtige Antwort schickt, hat gewonnen. Die Rätselrunde endet am Sonntag um 17 Uhr. Um 18 Uhr wird der Gewinner veröffentlicht. Nun viel Spaß beim „Historischen Fragezeichen“.

Unser Foto rechts zeigt das Haus an der Straße Am Lamperfeld, das mit verwaschener Schrift jahrzehntelang den Weg zum “Jahnplatz” anzeigte. Das Haus ist inzwischen abgerissen worden. Und das Jahnstadion wurde umgebaut. In welchem Jahr begannen die Renovierungsarbeiten? Wer den Blog “Bottroper Geschichte – ganz frisch” aufmerksam gelesen hat, kommt schnell auf die richtige Antwort.

A 2008        B 2001        C 2004

E-Mail an info@damals.inBottrop.net oder Kommentar auf dieser Seite. Bis Sonntag, 17 Uhr

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Das “Historische Fragezeichen” ist beantwortet. Es gab auch diesmal fast nur richtige Antworten. Die erste richtige Einsendung kam von lwbo. Am Samstag um  23.47 Uhr: C 2004. Glückwunsch! Allen vielen Dank fürs Mitmachen. Das nächste “Historische Fragezeichen” gibt es am kommenden Wochenende.

 

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Bottrop, Mai 2001: Die Vestische feiert 100 Jahre auf Linie

Vor 10 Jahren, im Mai 2001, feiert die Vestische ihren 100. Geburtstag. Der Betriebshof auf dem Eigen lädt ein zum Tag der Offenen Tür – und viele Bottroper und Gladbecker kommen. Neben dem Blick hinter die Kulissen zeigt das Bottroper Haus- und Hof-Verkehrsunternehmen auch Einiges aus seiner Geschichte. Nur die Straßenbahnen fehlen. Denn die hat die “Vestische Straßenbahnen GmbH” zwar noch in ihrem offiziellen Firmennamen konserviert, aus dem Straßenbild sind die Bahnen in Bottrop aber schon seit 1976 verschwunden.

Mit dem blauen Bus rechts oben in der Mitte (und seinen “Kollegen” in Schwarz) hat die Vestische viele ihrer Fahrgäste ein Jahrzehnt lang geärgert und gefoltert: Die völlig mit Werbung zugeklebten Busse lassen kaum Tageslicht ins Innere und hinausgucken kann man auch nicht. Service, wie er schlechter kaum geht. Diese “Gefängnisbusse” werden von den obersten Bottroper Verkehrspolitikern, die man allenfalls selten in einem Linienbus entdeckt, aber hoch gelobt: Die Ganzbus-Werbung bringt nämlich eine Handvoll Euro extra in die Kasse der Vestischen. Und allein das zählt.

Unten ein Blick auf die Titelsseite eines Fahrplanheftchens der Vestischen aus den 1970er Jahren. Rechts der Vorläufer eines “Schokotickets”, eine Schülerfahrkarte aus dem Jahr 1966. Die Wochenkarte für beliebig viele Fahrten zwischen Boy und Stadtmitte mit der Straßenbahnlinie 23 kostet damals umgerechnet knapp 1,70 Euro.

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Bottroper Stadtrat 2011 – ein Geheimrat? Oberbürgermeister Wilczok 1953: Rat muss ständig Kontakt zu Bürgern haben

Der Rat der Stadt Bottrop habe sich als Beauftragter der Bevölkerung um einen ständigen Kontakt zu den Bürgern zu bemühen. Das schreibt Ernst Wilczok (SPD), seit 1949 Oberbürgermeister dieser Stadt, im Jahr 1953 in einem Beitrag für die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ über die damals gerade in Kraft getretene NRW-Gemeindeordnung.

Und weiter: „Der Rat wird seine Entscheidungen vor allem dann, wenn sie einen bestimmten Bevölkerungsteil betreffen, nicht ohne Anhörung desselben oder seiner Vertretung durchzuführen. Der Rat selbst ist keine Interessenvertretung. Das Wohl der Gemeinde muss sein Handeln bestimmen…“ Ernst Wilczok ist in dem Beitrag die Freunde über die damals noch ganz frische Gemeindeordnung und die dadurch – nach Drittem Reich und Besatzungsrecht – geschaffene neue Offenheit in der Kommunalpolitik anzumerken.

58 Jahre später berichtet ein Redakteur der gleichen Zeitung im Internet-Portal Der Westen.de am 24. Mai 2011 aus der Sitzung des Bottroper Rates (Foto 2007) u. a.:

Kämmerer Willi Loeven fühlte sich… genötigt zu erläutern, dass nachteilige Kursschwankungen bei ausländischen Krediten in die städtische Bilanz zu schreiben sind.“ Die von der Stadt bisher geheimgehaltene Kreditaufnahme bei Schweizer Banken wäre wohl nur Thema im nicht öffentlichen Teil der Ratssitzung gewesen, „…doch weil in der WAZ vom Dienstag die DKP es öffentlich gemacht hatte, sah sich Kämmerer Willi Loeven genötigt, einem ,falschen Eindruck entgegenzutreten’, der dadurch entstanden ist.“ So weit die WAZ.

Grund für den „falschen Eindruck“ ist aber nicht die DKP, sondern das NKF, das „Neue Kommunale Finanzmanagement“. Weiterlesen

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Geschichte in zwei Bildern: Berliner Platz 1911/2011

Heute hat fast jede Stadt ihren Berliner Platz. Es gehörte sich einfach, in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen repräsentativen Platz nach der damals noch geteilten Ex-Hauptstadt zu nennen. In Bottrop geschieht das 1959.

Vor 100 Jahre hatte fast jede Stadt ihr Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Es gehörte sich einfach, zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts eine repräsentative Wilhelm-Figur auf einem möglichst repräsentativen Platz aufzustellen. In Bottrop geschieht das 1898 auf dem Neumarkt, der später in Trappenkamp umbenannt wird und der – wie erwähnt – seit 52 Jahren Berliner Platz heißt.

Doch Kaiser Wilhelm I. hat in Bottrop selbst als Denkmal keine ruhige Zeit. 1919 ist die Statue plötzlich weg. Im politischen Trubel nach dem verlorenen ersten Weltkrieg (1914-1918) soll der Bottroper Kaiser von Kommunisten und ihren Freunden entführt worden sein. Aber so plötzlich wie das Denkmal verschwunden ist, ist es auch wieder da und wird im Stadtgarten (wenn man durch den Torbogen geht links im Rosengarten) wieder aufgestellt.

Die Nationalsozialisten (ab 1933 an der Macht) halten den alten Kaiser aber für so wichtig, dass er aus der grünen Idylle herausgeholt und auf dem Kreuzkamp aufgestellt wird (etwa da, wo heute die Rasenfläche vor der Kreuzkamp-Kapelle ist). Natürlich wird der Platz dazu in Kaiserplatz umbenannt.

Allerdings werfen die Bottroper NS-Größen während des zweiten Weltkrieges (1939-1945), als die Rohstoffe immer knapper werden, ihre Prinzipien bald über Bord: 1942 wird Wilhelm, der vor allem aus Kupfer besteht, für rund 250 Reichsmark abmontiert und eingeschmolzen. Der durch eine Kriegsniederlage bedrohte NS-Staat läuft Amok und macht nicht nur Denkmalfiguren platt, sondern produziert auch aus Kirchenglocken und Kupferteilen von Kirchen und Häusern Geschütze und sonstiges Kriegsmaterial.

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“Das historische Fragezeichen”. Das Wochenend-Rätsel. Vier.

An jedem Wochenende gibt es bei “Bottroper Geschichte – ganz frisch” ein ganz frisches Rätsel: „Das historische Fragezeichen“. Dabei geht es natürlich um die Vergangenheit unserer Stadt. Da unser Blog ganz privat und nicht kommerziell ist, gibt es (leider) nichts zu gewinnen. Aber der jeweilige Sieger wird in die „Hitliste der Bottroper Geschichtskenner“ aufgenommen (ob mit realem Namen oder mit Benutzernamen entscheidet natürlich jeder Teilnehmer selbst). Die Frage erscheint an jedem Samstag um 15 Uhr auf Damals.inBottrop.net . Es werden drei Antwort-Möglichkeiten angeboten. Wer als Erster die richtige Antwort schickt, hat gewonnen. Die Rätselrunde endet am Sonntag um 17 Uhr. Um 18 Uhr wird der Gewinner veröffentlicht. Nun viel Spaß beim „Historischen Fragezeichen“.

Unser Foto rechts zeigt eine in vielen Jahrzehnten gewachsene Allee in Bottrop. Welche Straße ist das?

 

A Prosperstraße

B Aegidistraße

C Osterfelder Straße

 

 

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Das “Historische Fragezeichen” ist beantwortet. Es gab eine ganze Reihe von Antworten. Und fast nur richtige. So zum Beispiel von lwbo und Lottermann. Allerdings war Frank schneller: Mitten in der Nacht, heute um 2.29 Uhr, kam auch von ihm die richtige Antwort “C Osterfelder Straße”.

Nebenbei: Wie lange uns der Anblick dieser Allee erhalten bleibt, steht offenbar weiter in den Sternen. Der Bauausschuss hat seine Diskussion über die drohende Abholzaktion verschoben und die nächste Sitzung, die in diesen Tagen hätte stattfinden sollen, auf Juli verschoben.

Vielen Dank fürs Mitmachen. Das nächste “Historische Fragezeichen” gibt es am kommenden Wochenende.

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Geschichte in zwei Bildern: Wochenmarkt 2006

Morgen ist wieder Wochenmarkt in Bottrop-City. Traditionell immer samstags und mittwochs. Jahrzehntelang war der Markt auf dem Berliner Platz und drumherum. So auch im Bereich des ZOBs, wie auf dem Foto oben zu sehen. Gute, alte Zeit? Dabei ist das Bild gerade einmal fünf Jahre alt. Und dann – Ende 2006 – tauchen auch die ersten Informationen über die Zukunft des Marktes auf…..und landen im Dreck (oben). Auf Handzetteln verkündet “Die Marktverwaltung”, dass der Wochenmarkt ab Anfang 2007 in der Fußgängerzone der Innenstadt stattfinden wird. “Etwa bis zum Herbst 2008.”

Im Mai 2011 kann man feststellen: Da hat sich die Marktverwaltung aber gründlich verschätzt. Wochenmarkt auf dem Berliner Platz – das wird es wohl nie wieder geben.

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Boyer Traditionsfirma Brockmann insolvent. 1947 gegründet.

Nach dem Fahrrad- und Nähmaschinen-Händler Beelert, der Anfang April seinen Betrieb aufgab, steht jetzt möglicherweise das Ende eines weiteren Bottroper Traditionsunternehmens bevor - und zwar wegen wirtschaftlicher Probleme: Die beiden Boyer Firmen Johannes Brockmann GmbH & Co. KG und Brockmann Fenster und Türen GmbH & Co. KG haben laut WAZ Insolvenz angemeldet.

Die Geschichte dieser mittelständischen Firmen, die zu den größten Arbeitgebern in der Boy gehörten und heute knapp 180 Mitarbeiter zählen, beginnt 1947. Damals, noch vor der ……………………………(Ausriss: Anzeige aus dem Jahr 1970) Währungsreform ein Jahr später, gründet Johannes Brockmann sen. eine Tischlerei an der Heimannstraße (sie geht, aus Richtung Stadt gesehen, links vor dem Boyer Markt von der Horster Straße ab). Weiterlesen

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IN EIGENER SACHE: Stadt torpediert Verbreitung der Stadtgeschichte durch nicht kommerzielle Geschichtsblogs

„Das Stadtarchiv fördert die Erforschung der Stadtgeschichte und die Verbreitung ihrer Kenntnis.“ Dieser erhabene Satz steht in der „Benutzungs- und Entgeltordnung“ des Stadtarchivs Bottrop. Doch wer sich auf rein privater Basis und aus Interesse an der Sache um die moderne Verbreitung der Bottroper Geschichte zum Beispiel in diesem Internetblog bemüht, erlebt sein blaues Wunder. Ein teures Wunder.

Denn für die einmalige Verwendung eines stark komprimierten und für Druckzwecke nicht tauglichen Fotos aus dem Stadtarchiv in diesem privaten, nicht kommerziellen Blog verlangt die Stadt 7,20 Euro Gebühren. Bei fünfzehn Bildern im Monat, die meine rund 30 Geschichtsbeiträge pro Monat gut ergänzen könnten, kostet mich mein privates Engagement für die Verbreitung Bottroper Geschichte knapp 110 Euro im Monat.

Dieser Behinderung nicht kommer-ziellen Engagements bei der Verbreitung der Bottroper Geschichte hat der Hauptaus-schuss jetzt die Krone aufgesetzt: Mit zwei Gegenstimmen (DKP, Linke) und einer Enthaltung  (Grüne) nahmen die Politiker der anderen Parteien (CDU, FDP, ÖDP, SPD) eine Erhöhung der Gebühr für die Verwendung von Archivbildern und sonstigen Archivstücken für nicht kommerzielle Zwecke von 7,20 auf 20 Euro wohlwollend zur Kenntnis und demonstrierten, wie der Rat der Stadt in der kommenden Woche endgültig entscheiden wird. Eine Erhöhung um knapp 180 Prozent. Weiterlesen

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Geschichte in zwei Bildern: Jahnstadion 2004/2005

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Große Bottroper: Arno Heinrich starb heute vor zwei Jahren.

Er war einer der bedeu-tendsten Bottroper der Nachkriegs-jahrzehnte. In der örtlichen Öffentlichkeit wurde er aber nie so wahrgenommen. Das lag nicht nur an der ihm eigenen Bescheidenheit. Als Arno Heinrich heute vor zwei Jahren starb, wurden die wenigen öffentlich wahrnehm- baren Würdigungen dem Schaffen dieses Mannes in keiner Weise gerecht. Aber das gehört seit einigen Jahren leider zur Kultur in dieser Stadt. Die Erinnerung an verdiente…………..Foto: Arno Heinrich 1973 bei einer seiner damaligen……….. Mitbürger aus………..Lieblingsbeschäftigungen: Urnen finden am Südring…………………….. Anlass ihres Todes…………………………………………………………………………………………………… wird durch das offizielle Bottrop, so scheint es, oft nur wie eine Pflicht angesehen. So endete, von der breiten Öffentlichkeit kaum bemerkt, mit dem Tod von Arno Heinrich eine Epoche in der Bottroper Stadtgeschichte. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn der Archäologe, Geologe, Pädagoge, Museumsleiter, Autor, und und und schrieb Zeit seines Lebens fast ständig an der Bottroper Geschichte mit.

Dass der Blog „Bottroper Geschichte – ganz frisch“ entstanden ist, hat direkt mit Arno Heinrich zu tun. Dieses private, nicht kommerzielle und unabhängige Geschichtstagebuch im Internet mit täglich frischen Beiträgen zur Geschichte dieser Stadt ist ihm gewidmet. Warum, das erfahren Sie demnächst hier.

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“Das historische Fragezeichen”. Das Wochenend-Rätsel. Drei.

An jedem Wochenende gibt es bei “Bottroper Geschichte – ganz frisch” ein ganz frisches Rätsel: „Das historische Fragezeichen“. Dabei geht es natürlich um die Vergangenheit unserer Stadt. Da unser Blog ganz privat und nicht kommerziell ist, gibt es (leider) nichts zu gewinnen. Aber der jeweilige Sieger wird in die „Hitliste der Bottroper Geschichtskenner“ aufgenommen (ob mit realem Namen oder mit Benutzernamen entscheidet natürlich jeder Teilnehmer selbst). Die Frage erscheint an jedem Samstag um 15 Uhr auf Damals.inBottrop.net . Es werden vier Antwort-Möglichkeiten angeboten. Wer als Erster die richtige Antwort schickt, hat gewonnen. Die Rätselrunde endet am Sonntag um 17 Uhr. Um 18 Uhr wird der Gewinner veröffentlicht. Nun viel Spaß beim „Historischen Fragezeichen“.

Das Foto rechts zeigt – vom Hauptbahnhof aus gesehen – das Bottroper Wahrzeichen, den Tetraeder. Wann wurde dieser Blickfang (laut Stadt Bottrop) fertiggestellt?

A 1986                              B 1995    C 1999                              D 2003

E-Mail an info@damals.inBottrop.net oder Kommentar. Bis Sonntag, 17 Uhr

 

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Das “Historische Fragezeichen” ist beantwortet. Diesmal kam nur eine richtige Lösung, vielleicht war die Frage doch zu schwer. Aber für solche Fälle gibt es offenbar einen Spezialisten: Wie in der vergangenen Woche zeigte sich “zulu17” als “Bottroper Geschichtskenner”. Ihre/seine richtige Antwort: “B 1995″. Vielen Dank fürs Mitmachen.

Das nächste “Historische Fragezeichen” gibt es am kommenden Wochenende.

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1967: Hochschule für alle

Heute schmückt sich das offizielle Bottrop gern und oft etwas überdreht mit den Titel “Hochschulstadt”. An den meisten Bürgern geht diese Errungenschaft aber immer noch weit vorbei. Wer weiß schon, dass die Hochschule HRW heißt, dass es in Bottrop einen “Campus” gibt, der an der Tannenstraße liegt, und dass dieser “Bottroper Campus” telefonisch nur über eine Mülheimer Nummer zu erreichen ist? Dabei war Bottrop beim Thema  “Hochschule und Alltag” schon mal weiter: In den 60er Jahren, nach Gründung der Ruhruni, gab es hier “Hochschul-wochen” für jedermann. Das Programm von 1967 dokumentieren wird im Ausriss.

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Geschichte in zwei Bildern: Altmarkt 1919/1970

Der Altmarkt von der Kirchhellener Straße aus gesehen. Rechts geht der Blick in die Hansastraße.

 

Anzeigen der beiden Traditionsfirmen Borgmann (vorne rechts) und Böhmer (links) aus dem Jahr 1980. (Ausrisse: div. Quellen)

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Glückwunsch! Doldinger 75. In Bottrop war er zuletzt 2003.

Einer der wohl bekanntesten deutschen Jazzmusiker, Klaus Doldinger, (Foto) wird heute 75 Jahre alt. Er spielt nicht nur Klarinette und heute vorrangig Saxophon, er ist auch ein gefragter Komponist von Filmmusiken. Dazu zählen die Titelmelodie zum Film „Das Boot“ und – jeden Sonntag wieder zu hören – die Vorspannmusik der ARD-„Tatort“-Reihe. Und wo bleibt der Dreh zur Bottroper Geschichte? Ganz einfach: Natürlich war Doldinger auch schon mal in Bottrop.

Zuletzt am 9. September 2003 im Brauhaus an der Gladbecker Straße (Ausriss Eintrittkarte rechts). Dort spielt er damals im Rahmen des Klassik-Festivals Ruhr mit „Passport“,  jener 1971 gegründeten legendären Formation, bei der einst Udo Lindenberg am Schlagzeug werkelte.

Übrigens gibt sich Doldinger bei seinem Bottrop-Besuch 2003 so was von umweltfreundlich, dass es hier extra erwähnt sein soll: Er fährt mit einem Linienbus der Vestischen zum Auftritt (Beweisfoto oben).

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Geschichte in zwei Bildern: Pferdemarkt-Kiosk 1997/2002

Der Pavillon am Pferdemarkt hat knapp fünf Jahrzehnte die Bottroper mit allem versorgt, was man so unterwegs braucht. Am Kiosk mit dem bunten Steinchen-Mosaik kauft man seine Zigaretten: Juno, Eckstein, Collie. Hier gibt es Süßes nach der Schule: Faam, Brausepulver oder für 10 Pfennig Lakritze. Hier gibt es Zeitungen: Nicht nur die „Volkszeitung“ und die „Allgemeine“, auch die „Morgenpost“, die „Ruhrwacht“ und den „Mittag“. Und am westlichen Zipfel des Pavillons, gleich neben der abenteuerlich steilen Treppe zum Klo im Keller, verkauft die Vestische ihre Wochenfahrkarten, was samstags und montags immer zu langen Schlangen vor der Bude führt. 1999 ist damit endgültig Schluss. Nachdem ein Teil des Pavillons schon zuvor platt gemacht worden war, folgt jetzt der Rest. 2002 beginnt der komplette Umbau des Pferdemarkts zu dem, was wir heute auf dem Platz sehen.

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Stichtag 9. Mai 1951. Baubeginn der Kanalbrücke nach Essen.

Unsere heutige Zeitreise führt uns genau 60 Jahre zurück. Schon seit über sieben Jahren rattert keine „3“ mehr nach Essen. Autos kommen nur über lange Umwege in die Nachbarstadt: Die Brücke zwischen Bottrop und Essen über den Rhein-Herne-Kanal ist in den letzten Wirren des Zweiten Weltkriegs zerstört worden. Die Folgen behindern nun Handel und Wandel, sie erweisen sich als lokaler Hemmschuh zu Beginn der Wirtschaftswunderzeit. Doch damit soll es nun bald vorbei sein: Am 9. Mai 1951 beginnt der neue Brückenschlag über den Kanal zwischen Bottrop und Essen.

Dabei ist es 1951 nicht einmal 40 Jahre her, dass die erste Kanalbrücke gebaut worden ist. Das geschah aber ganz nach Plan. Denn vor 100 Jahren kann man zwischen beiden Städten die bis dahin wohl größten Übertage-Bauarbeiten in unserer Region bewundern: Der Rhein-Herne-Kanal wird gebaut. Und im Zuge dieses riesigen Projektes müssen zwischen Duisburg und Herne natürlich auch zahlreiche Brücken geschaffen werden.

Wer sich über die „3“ im ersten Satz dieses Berichts wundert: Damit ist die wichtige Straßenbahnlinie 3 gemeint. Sie ist 1899 die erste Tramlinie in Bottrop und führt vom Pferdemarkt (dort, wo seit 1958 die Stadtsparkasse steht) über Hoch- und Essener Straße in die Nachbarstadt. Allerdings: Wenn man genau ist, hat es die Straßenbahnlinien schon früher gegeben. Weiterlesen

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Das Bild zum Tage: Volkszählung light. 1919.

Wenn ab morgen, 9. Mai 2011, die Datensammler durch Bottrop ziehen, um die Volkszählung 2011 zu verwirklichen, gibt es offenbar nur verhaltene Diskussionen über Sinn oder Unsinn so einer kostenträchtigen Aktion. Welcher Bürger kann aber auch etwas dagegen haben, wenn er aus dem Rathaus hört, dass man die Daten brauche, um nicht falsch zu planen. Da kann einem ja wirklich angst und bange werden: Heißt das etwa, dass die Stadt bisher blind in der Gegend herumplant? Das geht natürlich nicht. Und deshalb wirkt das Argument in Bottrop offenbar. Denn das Rathaus verkündet an gleicher Stelle, dass sich nicht der geringste Widerstand gegen die Datenerhebung regt: „Es ist absolut ruhig“, wird der Bottroper Zensus-Chef Klaus Wenger zitiert.

Nicht alle der über      26 000 Bottroper, die für die Volkszählung Zeit und Geld opfern müssen, dürften das so ruhig sehen. So sind Wohnungseigentümer zum Teil mit zusätzlichen Verwalterkosten konfrontiert.

Vor knapp 100 Jahren (s. Ausriss BVZ) geht es da in Bottrop noch gemütlicher zu. Eine Übersicht über ihr Volk hat die damalige Obrigkeit auch, aber nicht so kostspielig und datenträchtig wie heute. Die Wählerlisten zur National- und Preußenwahl reichen seinerzeit offenbar aus, um gut zu planen. Schließlich werden in den 1920er Jahren viele Gebäude im Bottroper “Regierungsviertel” rund um das Rathaus sowie die Hauptpost am Trappenkamp (Berliner Platz) fertiggestellt. Und sogar eine Art Adressbuch wird aus den Wählerdaten gebastelt. Kosten: Drei Mark pro Stück. Eine „Volkszählung light“. Im Jahr 1919.

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“Das historische Fragezeichen”. Das Wochenend-Rätsel. Zwei.

An jedem Wochenende gibt es bei “Bottroper Geschichte – ganz frisch” ein ganz frisches Rätsel: „Das historische Fragezeichen“. Dabei geht es natürlich um die Vergangenheit unserer Stadt. Da unser Blog ganz privat und nicht kommerziell ist, gibt es (leider) nichts zu gewinnen. Aber der jeweilige Sieger wird in die „Hitliste der Bottroper Geschichtskenner“ aufgenommen (ob mit realem Namen oder mit Benutzernamen entscheidet natürlich jeder Teilnehmer selbst). Die Frage erscheint an jedem Samstag um 15 Uhr auf Damals.inBottrop.net . Es werden vier Antwort-Möglichkeiten angeboten. Wer als Erster die richtige Antwort schickt, hat gewonnen. Die Rätselrunde endet am Sonntag um 17 Uhr. Um 18 Uhr wird der Gewinner veröffentlicht. Nun viel Spaß beim „Historischen Fragezeichen“.

Das Foto rechts zeigt ein Ortsschild, das einst auf dem Eigen an der Gladbecker Straße, Richtung Gladbeck, kurz hinter der Autobahn-Unterführung stand.

Wann war das?

A 1970/71                B 1975/76                      C 1978/79               D 1984/85

E-Mail an info@damals.inBottrop.net oder Kommentar. Bis Sonntag, 17 Uhr

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Das “Historische Fragezeichen” ist beantwortet. Zwei richtige Lösungen kamen gestern und heute per Mail. “zulu17” hatte dabei zeitlich die Nase vorn. Richtig ist “B 1975/76″. Es war die Zeit der neuen Stadt Bottrop mit Gladbeck und Kirchhellen (scherzhaft Glabotki genannt). Am 6. Dezember 1975 wird die kommunale Neuordnung  in unserer Region jedoch gerichtlich gekippt. Gladbeck wird Anhängsel des Kreises Recklinghausen. Kirchhellen geht freiwillig mit Bottrop zusammen – aber nur gegen viele Zugeständnisse der Bottroper.

Das nächste “Historische Fragezeichen” gibt es am kommenden Wohenende.

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Als viele City-Kaufleute noch gemeinsam handelten. 1970.

Ein Blick in die Geschichte kann manchmal auch traurig machen. Und das ist leider fast immer der Fall, wenn man den einst blühenden Bottroper City-Handel  mit heute vergleicht.

Dazu heute ein kleines Beispiel aus dem Jahr 1970. Damals gibt es in Bottrop doch tatsächlich eine Werbe- und Parkgemeinschaft, der über 40 Händler angehören. Sie erstatten ihren Kunden einen Teil der Parkgebühren und haben so ein zusätzliches Argument, Menschen auch aus der Nachbarschaft nach Bottrop zu locken. Was hier nicht nur an Spitzentagen so los ist, zeigt ein Foto vom Altmarkt aus jenem Jahr (oben): Wann ist die Stadt an normalen Einkaufstagen noch so voll?

Ein Blick auf das Plakat (links) der damaligen Parkgemeinschaft lässt zudem erkennen, warum der Bottroper Einzelhandel seinerzeit so attraktiv ist: Die Firmenliste weckt Erinnerungen an viele traditionsreiche Bottroper Handelsunternehmen, die sich individuell um ihre Kunden kümmern und eine Vielfalt an speziellen Waren bieten konnten. Bei der heutigen Flut von Filialunternehmen, die es in fast jeder Stadt genauso gibt, ist das besondere Bottroper Einkaufsflair längst verschwunden. So beklagt der Einzelhandelsverband 2007, das die Zahl der Geschäfte, in denen noch der Inhaber tätig ist, seit 1997 von 60 auf 40 Prozent abgestürzt sei. Heute dürfte diese Zahl noch niedriger liegen. Einzelhandelsverbands-Chef  Reckmann 2007 in der WAZ: „Immer mehr Ein-Euro-Läden und Ketten haben sich in der Innenstadt niedergelassen. Das ist nicht gut für die Stadt.“

Und noch etwas anderes ist schon seit vielen Jahren nicht gut für die Stadt und deren Attrak-tivität als Shopping- Standort im Revier: das fast tote Hansa-Zentrum. —-Foto: Beispiel: Die Firma Broch ist aus dem Stadtbild verschwunden.

Trotz zahlreicher Ankündigungen aus dem Rathaus und von den Investoren mit immer neuen Umbau-Terminen  hat sich das 1981 eröffnete Zentrum in den vergangenen Jahren zu einer Art Einkaufsruine im Mittelpunkt der City entwickelt. Ein Super-GAU für den Handel. Solange hier nicht wieder Leben einzieht, wird es Bottrop kaum gelingen, als Einkaufsstadt an Profil zu gewinnen.

Die Einkaufszentren in Oberhausen, Essen und Mülheim sind auch für viele Bottroper inzwischen viel attraktiver – vor allem für jene jüngeren Bottroper, die seit 15 Jahren mit dem Centro groß werden. Ihr dort gelerntes Einkaufsverhalten prägt sie für ihr Leben. Viele werden also auch künftig Einkaufszentren mit einheitlichen Öffnungszeiten und vielen Serviceangeboten bevorzugen. Für den Bottroper City-Handel tickt da eine Zeitbombe, denn die so geprägten Menschen in die hiesige City als Stammkunden zurückzuholen, dürfte fast unmöglich sein. Zum Shopping gehört auch für die mittelalte Generation längst, irgendwo essen oder ins Kino zu gehen. Und was bietet Bottrop da?

Aber es wird ja alles gut. Wie erklärte doch ein Sprecher der Projektgesellschaft für das Hansa-Zentrum im Dezember 2008 im Anzeigenblatt „Mittendrin“: „Die geplante Revitalisierung des Hansa-Zentrums wird sich aufgrund der aktuellen Situation an den Kapital- und Finanzmärkten auf Ende 2009 verschieben.“ Na, dann: Zurück in die Vergangen- heit! Warten wir da doch noch mal auf Ende 2009.

Foto: Symbol für den Niedergang im Bottroper City-Handel. Die Karstadt-Leuchtreklame ist längst abmontiert, nur ein Schmutzrand deutet den Firmennamen noch an. Und der Schriftzug “Hansa-Zentrum” hat auch schon bessere Tage gesehen.

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Das Foto zum Tage: 5.5.2009. Der ZOB-Tunnel wird abgerissen

So schnell kann Geschichte sein. Vor genau vor zwei Jahren entsteht dieses Foto an der Horster Straße in Höhe ZOB (oben). Während im Hintergrund das so genannte Spangengebäude und links der Kaufland-Komplex – sechs Monate vor seiner Eröffnung – Gestalt annehmen, wird im Vordergrund der Tunnel unter dem alten ZOB abgebrochen.

Dieser ungeliebte Tunnel war rund zwei Jahrzehnte auch Heimat der Fahrkartenverkaufsstelle der Vestischen (links) – eine Zumutung für Fahrgäste wie Mitarbeiter der Vestischen. Dass die Kunden für eine Fahrkarte eine lange Treppen ab- und aufsteigen mussten, war stets ein Symbol für den lieb- und gedankenlosen Umgang der Bottroper Politiker und Planer mit dem Nahverkehr. Auch der neue ZOB, so gut er aussieht, hat sieben Monate nach seiner Eröffnung immer noch einige Macken, die Fahrgäste stören, um die sich offenbar aber keiner der Zuständigen so recht kümmert.

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Die Stadtverwaltung kämpft für Bäume und Grünanlagen. 1925.

Die Bottroper Grünanlagen leiden von Jahr zu Jahr mehr. Die Zerstörung und Vermüllung mit Scherben und Dreck nimmt deutlich zu. Der Ärger vieler Bürger über diese Zustände wird größer. So wurde vor einigen Tagen eine Streuobstwiese in Vonderort Opfer von Vandalismus mit abgeknickten und abgebrochenen Bäumen. Von der Stadtverwaltung können die Bottroper aber offenbar nicht viel Unterstützung erwarten. Das wurde am 26. April 2011 in einem Artikel der WAZ Bottrop deutlich. Der Leiter des Jugendamtes, Martin Notthoff, sagte, dass es „gegen so etwas keine Präventivmaßnahmen gibt, da muss man sich nichts vormachen“. Also Kapitulation. So das Signal aus dem Rathaus im Jahr 2011. Die Stadtverwaltung Bottrop des Jahres 1925 war da irgendwie weiter. Sie ging das Problem, das es schon damals gab, viel engagierter an. Für die Verantwortlichen im Rathaus hatte das Grün in der Stadt einen ganz hohen Stellenwert. Das zeigt ein Artikel in der „Bottroper Volkszeitung“ aus dem Jahr 1925, den wir hier (das Foto ist nicht so alt) dokumentieren: Bottroper Geschichte – ganz frisch!

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Geschichte in zwei Bildern: ZOB 2001/2011

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„Das historische Fragezeichen“. Das Wochenend-Rätsel. Eins.

Noch eine Premiere: Ab sofort gibt es im Bottroper Geschichtstagebuch im Internet an jedem Wochenende ein ganz frisches Rätsel: „Das historische Fragezeichen“. Dabei geht es natürlich um Fragen, die sich mit der Vergangenheit unserer Stadt beschäftigen. Da unser Blog ganz privat und nicht kommerziell ist, gibt es (leider) nichts zu gewinnen. Aber der jeweilige Gewinner wird in die „Hitliste der Bottroper Geschichtskenner“ aufgenommen (ob mit realem Namen oder mit Benutzernamen entscheidet natürlich jeder Teilnehmer selbst). Die Frage erscheint an jedem Samstag um 15 Uhr auf Damals.inBottrop.net . Es werden vier Antwort-Möglichkeiten angeboten. Wer als Erster die richtige Antwort schickt, hat gewonnen. Die Rätselrunde endet am Sonntag um 17 Uhr. Um 18 Uhr wird der Gewinner veröffentlicht. Nun viel Spaß beim ersten „Historischen Fragezeichen“.

Dies ist ein Blick in die Lebensmittel-Abteilung von Karstadt Bottrop. Vor 60 Jahren, bei der Wieder-öffnung des 1943 durch Bomben zerstörten Hauses an der Hansastraße, war dies nicht nur für Bottrop etwas Besonderes. Es wurde zumindest in der Fachwelt auch bundesweit mit Interesse beobachtet. Denn diese Lebensmittelabteilung war bundesweit die erste, in der sich die Kunden selbst bedienen mussten (oder durften). Für die Bottroper City hatte dieser Teil des Kaufhauses eine große Bedeutung, für den Konzern aber offenbar nicht. Wer heute bei Karstadt Lebensmittel sucht, hat Pech. Nun die Frage: In welchem Jahr wurde die Bottroper Lebensmittel-Abteilung geschlossen?

A 1989                B 1996                C 2000               D 2003

E-Mail an info@damals.inBottrop.net oder Kommentar. Bis Sonntag, 17 Uhr

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Das erste „Historische Fragezeichen“ ist Geschichte. Der Gewinner ist „Pauly“. Um 13.04 war er am Sonntag der erste Mailer, der es gewusst oder richtig getippt hatte: Die Karstadt-Lebensmittelabteilung wurde nach 49 Jahren am 31. Dezember 2000 für immer geschlossen. „Pauly“ ist damit der erste in der „Hitliste der Bottroper Geschichtskenner“, die wir demnächst auf dieser Seite veröffentlichen.

Danke fürs Mitmachen. Es hat hoffentlich Spaß gemacht. Am nächsten Wochenende geht es weiter mit dem nächsten „Historischen Fragezeichen“.

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Geschichte in zwei Bildern: Brauerstr./Post 2005/2011

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Stichtag 28. April 1961: Brandt fordert den blauen Ruhr-Himmel. Die große Politik und der Bottroper Alltag in den 1960er Jahren

Blauer Himmel über der Ruhr? Wir wären schon froh, wenn die Boy nicht mehr rot wäre. Wir – das sind um 1961 zahlreiche Kinder und Jugendliche, die im Schatten „des Werkes“ aufwachsen. „Das Werk“, das ist die Chemiefabrik Ruhröl, die in jener Zeit der wirtschaftliche Mittelpunkt im Osten Bottrops ist. Und rot ist die Boy, weil es über Nacht „im Werk“ mal wieder einen Zwischenfall gegeben hat. Irgendwas ist in die Luft geflogen und hat unsere kleine Welt, jeden Grashalm, jeden Baum, alle Häuser, auch die wenigen parkenden Autos und die Straßen mit rotem Staub, Chemiedreck (oder was das auch immer ist) überzogen.

An diesem Morgen irgendwann in den 1960er Jahren zeigt sich wieder einmal auf dramatische Weise, was in der Boyer Luft so alles unterwegs ist. Diesmal, das wird später bekannt, ist ein Katalysator in die Luft gegangen. Aber uns reicht schon der tägliche Staub, der aus „dem Werk“ auf uns niederrieselt. Wie auf alle Menschen, die zwischen Verbandsstraße (wie die B 224 damals heißt), Boyer Markt, Johannes-, Gung- und Welheimer Straße leben. Weiterlesen

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Der blaue Himmel über der Ruhr. 50 Jahre danach. Kommentar.

Im einstigen pechschwarzen Kohlenpott und somit auch in der bald letzten Kohlenstadt Bottrop kann man den 28. April 1961 gar nicht hoch genug einschätzen. Auch wenn der SPD-Kanzlerkandidat Willy Brandt an jenem Tag vor allem wohl nur eines im Sinn hatte, als er im fernen Bonn den blauen Himmel über der Ruhr forderte: den beginnenden Bundestagswahlkampf vor 50 Jahren. Und wie reagierte die CDU-Regierung? Sie tat Brandts Vorstoß in einer Zeit, in der es den Begriff „Umwelt“ im heutigen Sinn noch gar nicht gab, als „Hustenbonbon“ ab. Für die vielen Menschen im Ruhrgebiet, die noch immer an den Industrie-Giften jener Zeit leiden, eine bis heute nachhallende Ohrfeige. Ganz zu schweigen von den Menschen, die vermutlich durch Umweltbelastungen aus grauer Ruhrpott-Zeit bereits viel zu früh gestorben sind.

Brandts Idee blieb dann auch noch jahrzehntelang eine Vision. 24 Jahre, im Januar 1985,  nach dem Blauen-Himmel-Vorstoß erlebte das Ruhrgebiet den ersten und gleich mehrtägigen Smog-Alarm mit Einschränkungen für Wirtschaftsproduktion und den Autoverkehr. Erst dieser Umwelt-GAU brachte den Umweltschützern und den Grünen viel Zulauf, und in vielen Köpfen begann ein langsames Umdenken. Doch die Wirtschaft klagte, dass Umweltschutz die Produktion drastisch verteuern würde. Der Industrie- und Exportnation Deutschland drohe der Niedergang.

Sollte sich Geschichte etwa doch wiederholen? Hören wir aktuell nicht wieder ähnliche Argumente? Diesmal wird der Anfang vom Ende der deutschen Wirtschaft bei einem Atomausstieg beschworen. Auch von daher ist der 28. April 1961 ein Tag, an den man sich erinnern sollte.

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Als Mal Sondock im Lichthof der Berufsschule rotierte

Es ist die Zeit der legendären WDR-Jugendsendung „Radiothek“. Auf WDR 2 ist sie ab Ende 1973 jeden Abend um „Fünf nach sieben“, so der Untertitel, zu hören. Die kritischen Wortbeiträge begeistern ebenso wie die moderne Musikmischung. Renner sind die „Schlager-Rallye“ (bei der es sich um eine Hörer-Hitparade ohne Schlager handelt) an jedem Samstag, vor allem aber die „Diskothek im WDR“ am Mittwoch. Dann rotiert Kult-Disc-Jockey Mal Sondock rund um den Plattenteller, auf dem sich damals noch schwarze Scheiben drehen. Und was hat das mit Bottrop zu tun – außer dass das „Zweite Programm des Westdeutschen Rundfunks“, so die damals noch übliche Ansage, auch in Bottrop zu empfangen ist? Nun, alle paar Wochen empfängt Bottrop Mal Sondock.

In den 1970-er Jahren legt der seit 1961 im WDR zu hörende Radiostar im meist rappelvollen Lichthof der Berufsschule die aktuellsten Scheiben auf. Bei einer Veranstaltungsreihe der Stadtverwaltung! Ab und zu organisiert das Jugendamt sogar Busfahrten nach Köln, wo die Bottroper Mal-Fans im WDR-Funkhaus die Diskothek-Sendung live erleben können.

Wem  jetzt Erinnerungen an die Zeit mit dem Texaner in Bottrop kommen – bitte melden! Wir können die Mal-Ära im Lichthof hier bei „Geschichte – ganz frisch“ noch einmal intensiver aufleben lassen. Was war das damals für eine Stimmung in dem steril anmutenden Lichthof ohne Dekoration? Was waren die Top-Hits, die man damals hörte? Gibt es irgendwo noch weitere Fotos? Einfach einen Kommentar schreiben oder eine Mail an: info@damals.inbottrop.net

Übrigens: Die „Radiothek“ war einigen Verantwortlichen im WDR offenbar zu aufmüpfig, zu progressiv. Ende 1980 wurde die tägliche Sendereihe eingestellt,  aber wegen ihres zukunftsträchtigen Konzepts von einigen ARD-Sendern nachgeahmt. Eine gekürzte Hitparaden-Sendung mit Mal blieb zwar zunächst im Programm, doch einige Jahre später verschwand er ganz von den WDR-Wellen – angeblich wegen zu geringer Resonanz. Bei anderen Sendern, wie beim NDR, fand der DJ mit Sendungen wie „Hit oder Niete“ neue Hörer, aber an die Glanzzeiten in Köln (und in Bottrop) konnte er nicht mehr anknüpfen. Mal Sondock starb vor zwei Jahren. Fans hat er aber immer noch. KLICK

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Geschichte in zwei Bildern: Arbeitsamt 2001/2010

Wie ein Sonnenstudio mit angehängtem Arbeitsamt wirkte das Gebäude, das vor genau zehn Jahren an der Prosperstraße, nahe der Friedrich-Ebert-Straße, entstand. Das Arbeitsamt zog wenig später von seinem jahrzehntelangen Standort an der Gerichtsstraße gen Süden in die Nachbarschaft der Herz-Jesu-Kirche. Inzwischen ist die künstliche Sonne neben dem Arbeitsamt aber auch schon wieder Geschichte: Im Herbst 2010 knipste das Sonnenstudio sein Licht aus.

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Frohe Ostern mit den Bottrop-Eiern

Die „Ostereier“ in unserem Nest sehen natürlich nur so aus wie Eier. Sie sind in Wirklichkeit auch nicht so eingefärbt, sondern einfach nur silberfarben. Aber nachts werden sie mit blauem Licht angestrahlt und mit ihren jeweils gut 50 Metern Höhe (das ist ein Drittel der Dom-Höhe in Köln) sind sie längst zu einem der markanten Bottroper Punkte geworden.

Ihr eigentlicher Job ist es aber nicht, Wahrzeichen zu spielen, sondern Abwasser zu reinigen. Dafür hat sie die Emschergenossenschaft von 1991 bis 1996 in der Welheimer Mark gebaut. Die so genannten Faultürme sind ein wichtiges Glied in der Emscher-Kläranlage Bottrop. Sie ist für die Reinigung des Wassers vieler Flußnetze in Bottrop, Essen, Gladbeck, Gelsenkirchen und sogar in Bochum zuständig. Was da am Ende herauskommt, ist aber nicht einfach nur sauberes Wasser und Dreck. Der Schlamm hat es in sich: Aus ihm wird Biogas gewonnen und auch Strom gemacht. Und mit dem kann man Eier kochen, die zu Ostern angemalt werden.

Puh, da haben wir ja gerade mal noch die Kurve zum heutigen Ostersonntag gekriegt… Also, frohe Ostern, wünscht das historische Internet-Tagebuch für Bottrop mit “Geschichte – ganz frisch” unter Damals.inBottrop.net

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Ostern 1978: Das Wunder im Knusperhäuschen

Es ist kurz vor Ostern 1978, da geschieht im Bottroper Hauptbahnhof ein Wunder. Wohl gemerkt: Gemeint ist nicht der zugige Haltepunkt am Südring-Center, der seit 1999 großspurig als „Bottrop Hbf“ bezeichnet wird. Nein, es geht um jenes Fachwerkgebäude, das seit seinem Bau 1905 als „Knusperhäuschen“ verspottet als „Bottrop Hbf“ herhalten muss. Nachdem die damalige Bundesbahn das Gebäude jahrelang vergammeln ließ, wird kurz vor Ostern 1978 dort plötzlich die Schalterhalle renoviert (Foto oben).

Den Fahrgästen bringt das allerdings nicht viel: Die Empfangshalle ist auch nach der Renovierung düster und abschreckend. Kein Wunder, dass die Bottroper ihren „Hbf“ immer öfter meiden. Dabei verbindet der Bahnhof vor 33 Jahren Bottrop noch mit der großen, weiten Welt. Nun ja, so ganz groß darf man sich diese Welt nicht vorstellen, aber: Es gibt noch direkte Zugverbindungen nach Münster, nach Rheine und sogar nach Aachen. Weiterlesen

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Bottroper Ostern 1948: “Biete Trauring, suche Hühner.”

Die BTZ an der Gladbecker Straße hat Hochsaison. Menschenschlangen stehen vor der Tür. BTZ? Das ist die „Bottroper Tausch-Zentrale“. Unter den Bäumen auf dem Trappenkamp (Berliner Platz) ein anderes, alltägliches Bild: In kleinen Menschentrauben stehen sie da, es wird getuschelt, geredet und dann wechseln Waren aller Art den Besitzer. Vor allem Zigaretten. Doch die werden hier nicht als Ware, sondern als Zahlungsmittel angesehen. Hier läuft der Bottroper Schwarzmarkt. Illegaler Handel mit allem, was es (offiziell) nicht gibt. Und damit willkommen zu einer besonderen Zeitreise: Wir sind heute im Jahr 1948.

Es ist kurz vor Ostern. Das letzte große Fest vor der Währungsreform steht bevor. Doch das weiß zu diesem Zeitpunkt noch keiner der 80000 Menschen, die drei Jahre nach Kriegsende im heftig zerstörten Bottrop hausen. Man muss Ostern mit dem feiern, was es gibt. Und das ist wenig. Die Lebensmittel werden von der Militärregierung zugeteilt. Freier Handel findet nicht statt. Einige Bottroper versilbern für eine kleine Festfreude ihre letzten Kostbarkeiten. Viel ist nach drei Jahren Wirtschaftschaos nicht mehr da. Auf Zetteln an Bäumen sind aus heutiger Sicht denn auch seltsame Angebote zu finden. Wie etwa: „Biete Trauring, suche Hühner.“ Oder: „Tausche Fagott gegen Küken.“

Das Federvieh ist der gefragte Renner in den Wochen vor Ostern. Die Menschen suchen die Hühner aber nur selten, um sie als Osterbraten zu verspeisen. Es sind vielmehr die Eier, die die Hühner so begehrt machen. Zwar haben die Lebensmittelämter „mit viel Gegacker“, wie damals eine Bottroper Zeitung schreibt, für die Tage vor Ostern fünf Eier pro Person angekündigt. Doch vier von diesen Eiern haben einen gravierenden Schönheitsfehler: Es gibt sie nur als Trockenei in Form von 50 Gramm Eipulver. Weiterlesen

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Geschichte in zwei Bildern: Brauerstraße 2005/2011

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1956 schon in Bottrop, heute erst in der ARD

Am 8. September 1956 Premiere in der Schauburg an der Hochstraße: Der Rühmann-Film “Der Hauptmann von Köpenick” zieht die Bottroper in Scharen in das Vorzeigekino der Stadt. Dieser legendäre Erfolg des gebürtigen Esseners Heinz Rühmann hier an der Emscher hat die ARD offenbar nicht rasten und ruhen lassen: Nach 55 Jahren ist es dem Ersten endlich gelungen, heute nachmittag den “Hauptmann” auszustrahlen. (Ausrisse: WAZ und Gong)

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Geschichte in zwei Bildern: Altmarkt 2001/2011

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Rechtzeitig zum Karfreitag in Bottrop: Jesus ist wieder da!

Das dürfte die kürzeste Zeitspanne sein, die eine Geschichts-Geschichte in unserem Blog umfasst. Jesus ist nach knapp sechs Wochen wieder da! Die Christus-Figur war an einem Wochenende des nachts vom Kreuz geklaut worden, das seit über einem Jahrzehnt neben dem Eingang zur Cyriakuskirche an der Hochstraße steht. Nachdem auch der Rest des Kreuzes plötzlich verschwunden war, ist jetzt alles wieder komplett. Die Täter waren fast auf frischer Tat erwischt worden. Rechtzeitig vor Karfreitag ist die Welt an und in der Cyriakuskirche nun wieder in Ordnung.

Das ist wichtig. Denn laut Wikipedia ist die feierliche Kreuzverehrung „ein zentraler Teil der katholischen Karfreitagsliturgie“. Und weiter: „Am Karfreitag und Karsamstag ist es in der katholischen Kirche vielfach üblich, statt des Allerheiligsten im Tabernakel das Kruzifix durch eine Kniebeuge zu verehren.“ Das Gebet vor einem Kruzifix sei oftmals Teil einer Andacht oder stillen Einkehr der Gläubigen. In der Heiligen Messe werde zum feierlichen Einzug und zum Auszug das Kruzifix vorangetragen, dem die Prozession als Sinnbild für das wandernde Volk Gottes folge.

Generell gilt das Kruzifix mit dem Kreuz als das wichtigste und deutlichste Symbol der christlichen Kirchen, heißt es im Internet-Lexikon Wikipedia. Im Unterschied zum einfachen Kreuz trage das Kruzifix den Leib des Gekreuzigten, in der Regel als plastische Darstellung. Es sei das Sinnbild für das Opfer Christi, das dieser nach christlichem Glauben zur Erlösung der Menschheit gebracht hat. Der Begriff „Kruzifix“ leitet sich von lateinisch cruci fixus ab, was „ans Kreuz geheftet“ bedeutet. Und genau das ist der Bottroper Cyriakus-Jesus jetzt auch wieder.

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Vor 60 Jahren endet die Pferdemarkt-Tradition

„Pferdemarkt“ in Bottrop.  Das wird heute wieder einige tausend Menschen in die Stadt locken – selbst ohne verkaufs-offenen Sonntag des Einzelhandels. Das macht deutlich: Mit der alten Bottroper Handelstradition haben die „Pferdemärkte“ von heute nichts mehr zu tun. Was ist der „Pferdemarkt“ denn dann? Um das zu erforschen, kommen Sie mit auf eine Zeitreise: Im Galopp durch die Bottroper Marktgasse der vergangenen Jahrhunderte.

Gehandelt wird in Bottrop – wie überall auf der Welt – natürlich schon seit Jahrtausenden. Aber erst 1432 wird der hiesige Markt erstmals in einer Urkunde erwähnt. Bis 1770 findet er einmal im Jahr statt. Und zwar am Samstag und Sonntag nach Michaelis Ende September. Doch verkaufsoffene Sonntage sind schon zu jener Zeit nicht unumstritten. Allerdings wird damals darüber nicht lange diskutiert, sondern es werden Nägel mit Köpfen gemacht: Der Kurfürst von Köln, zuständig für Bottrop und dessen Märkte, verbietet 1770 den Markt, weil er der Kirche nicht mehr in den Kram passt. Was dann geschieht, kommt den Bottropern der Jetztzeit sehr bekannt vor: Termin-Chaos. Weiterlesen

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Nach 103 Jahren: Beelert steigt vom Rad

Manchmal kommt „Bottroper Geschichte – ganz frisch“ mit nicht ganz so schönen Geschichten daher. Dies ist so ein Fall: Vor einigen Tagen hat sich ein weiteres Bottroper Traditionsunternehmen verabschiedet. Von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet hat die Firma Beelert nach 103 Jahren Schluss gemacht. Besonders für die jüngst wieder deutlich zunehmende Zahl von Nähmaschinen-Nutzerinnen ist das ein herber Verlust. Auch Radfahrer/innen wird die in Bottrop nun weiter geschrumpfte Service-Landschaft nicht erfreuen.

Was das Unternehmen in seiner Glanzzeit alles anbot, zeigt eine Anzeige (rechts Ausriss BVZ) aus dem Jahr 1970. Da wirkt die bescheidene Anzeige ganz unten, (Ausriss aus dem  „Stadtspiegel“ vom 2. April 2011), mit der sich die Mitarbeiter von ihren Kunden verabschiedeten, ein wenig traurig.

Zum Abschied von Beelert hier eine kleine Zeitreise in jene Jahre, als das Unternehmen an den Start ging. Es ist eine gute Zeit für das Geschäft mit Fahrrädern, die um 1900 schon die wichtigsten Jahrzehnte ihrer Entwicklung hinter sich haben und die im Prinzip bereits so aussehen wie heute. Die Zahl der Bottroper Bürger explodiert um 1908, als Beelert gegründet wurde, von Jahr zu Jahr. Die vier Zechen (Prosper I, II, III und Rheinbaben), die um diese Zeit im Dorf Bottrop fördern, brauchen immer mehr Mitarbeiter.

Und die müssen immer längere Wege zu ihren Zechen zurücklegen. Denn längst nicht alle Bergleute kommen in den Siedlungen neben ihren Schachtanlagen unter. Da sind Fahrräder begehrt. Bei 40 000 Einwohnern, die Bottrop damals zählt, sind Beelert viele Kunden gewiss. Zumal die Zahl der Bottroper rapide wächst. 1913 sind es schon 64 000 Menschen, 1919 knapp 73 000 und 1930 rund 86 000 Einwohner. Und die brauchen auch Bekleidung, die meist von den Bergarbeiter-frauen selbst gemacht wird. Nähmaschinen sind deshalb ein weiteres Standbein der Firma. In der Wirtschaftswunderzeit nach 1950 kommen auch Haushaltsgeräte zum Angebot hinzu, und die Zweiräder mutieren zum Teil zu Mopeds und Motorrollern. Der Baby-Boom in jener Zeit macht zudem das Geschäft mit Kinderwagen attraktiv.

Doch das ist nun Vergangenheit. Am 31. März 2011 hat Beelert an der Bogenstraße dicht gemacht.

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Nach über 100 Jahren: Ev. Gemeindehaus vor dem Aus

Das über 100 Jahre alte Evangelische Gemeindehaus steht vor dem Aus. Das Gebäude, an der Osterfelder Straße – in Fahrtrichtung Oberhausen – rechts hinter dem Gleiwitzer Platz und dem Parkplatz gelegen, soll verkauft werden. Die Evangelische Kirche geht davon aus, dass der Käufer ihres Traditionsstandorts das Gemeindehaus abreißen wird. Das berichtet DerWesten.de.

Die Folgen für viele auch nicht evangelische Gruppen und Vereine dürften fatal sein. Sie verlieren ihre Heimat, ihren Treffpunkt, ihre Nachbarschaft. Nicht nur in der Jugendarbeit droht in Bottrop ein weiterer Rückschritt. Die Attraktivität der Stadt für viele betroffene Bürger sinkt.

Die Vielfalt des Angebots im Gemeindehaus, das seit 2008 als Mehrgenerationenhaus geführt wird, zeigt dieses Internetseite.

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Seit 40 Jahren: Es blüht auf dem Kirchplatz. Oder Höttenplatz?

Der Frühling lockt. Auf dem Kirchplatz am Rande der Cyriakuskirche sind die Sitzbänke in diesen Tagen sehr begehrt. Und viele Blicke fallen dabei zwangsläufig auf die Skulptur, die sich am Westende des Platzes regelrecht in den Himmel schraubt. Was ist das da, was wie ein Korkenzieher aussieht? Das Kunstwerk hat einen Namen: „Das Blühende“. Und es hat Geburtstag: Seit genau 40 Jahren, seit 1971, ziert es den Platz. Doch damit geht die Zeitreise in die Bottroper Geschichte erst richtig los!

Das Kunstwerk ist ein Geschenk der Bottroper Kaufleute und der Handwerker, die damals offenbar noch Geld hatten, an die Bürger der Stadt. Anlass ist 1969 der 50. Jahrestag der Stadtwerdung Bottrops am 21. Juli 1919.

Mit ihren Unterschriften beenden die Mitglieder des preußischen Kabinetts an jenem regnerischen Montag einen Kampf, der die Bottroper Amtmänner 15 Jahre lang auf Trab gehalten hatte: Die Minister unterzeichnen die Urkunde, durch die der „Landgemeinde Bottrop im Landkreis Recklinghausen“ die Städteordnung verliehen wird. Im Alltag bedeutet das: Das „größte Dorf in Preußen“ mit seinen 72 000 Bürgern darf über seine Steuereinnahmen und seine weitere Entwicklung endlich selbst entscheiden und ist nicht mehr vom Kreis Recklinghausen abhängig. Wie es sich für ein verschlafenes Großdorf gehört, erfährt Bottrop aber erst viele Tage später, dass es Stadt geworden ist.

Dafür sind die Bottroper 50 Jahre später hellwach, um die „Sternstunde“ von 1919 gebührend zu feiern. Dazu ist sogar der neu geschaffene Platz südlich der Cyriakuskirche rechtzeitig fertig geworden. Gegenüber der Kirche eröffnet 1969 zudem das aus dem Eigen kommende Möbelhaus Hötten seinen Prachtbau. In diese Aufbruchstimmung passt das aufstrebende „Blühende“, das der Künstler H. Schlüter aber erst zwei Jahre später fertigstellen kann (Foto oben rechts).

Die Skulptur hat längst auch die Möbel-Ära an diesem Platz überlebt. Denn die Firma Hötten hat den eigenen Bau nur bis 2001 genutzt.

Vor genau zehn Jahren wurde der Laden dicht gemacht (Foto rechts), der seit einigen Jahren Krankenkasse und Billigladen beherbergt. Damit verschwand auch der inoffizielle Name „Hötten-Platz“, der sich 1969 schnell eingebürgert hatte.

Und so blüht das Blühende in seinem 41. Lenz – ohne jemals den Ort gewechselt zu haben – jetzt wieder auf dem Kirchplatz.

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Das ist Geschichte – ganz frisch. Und damit herzlich willkommen bei dem historischen Tagebuch für Bottrop.

Wir wollen hier Vergangenes aus unserer unmittelbaren Umgebung lebendig machen. Und das in einer Stadt, die oft als „geschichtslos“ angesehen wird. Doch das liegt vor allem daran, dass die Geschichte der Stadt – im Gegensatz zu vielen Nachbargemeinden – im Bottroper Alltag keinen hohen Stellenwert hat. Das Stadtarchiv, einst von einem Stadtarchivrat geleitet, führt – trotz allen Einsatzes der viel zu wenigen Mitarbeiter – nur  ein Schattendasein. Seit Jahren kommen Politiker und Stadt auch mit der dringend notwendigen Sanierung und Neukonzeption des Museums für Ur-und Ortsgeschichte im Stadtgarten nicht so recht zu Potte.

Zum Glück pflegen einige wenige Privatpersonen, zum Beispiel in kirchlichen Vereinen oder bei der Feuerwehr, die Geschichte. Meist wird sie aber nur zu Jubiläen bemüht. Sonst dämmert das Bottroper Gedächtnis zwischen Akten- und Buchdeckeln und oft nur schwer zugänglich vor sich hin. Und das ist sehr schade.

Die Internetseite Damals.inBottrop.net will das ein wenig ändern. Hier gibt es ab sofort in möglichst kurzen Abständen Historisches mit dem Bezug zur Gegenwart. Dafür brauchen wir keinen besonderen Anlass. Aber natürlich kann es auch mal ein rundes Datum sein, um „Geschichte – ganz frisch“ zu präsentieren.

Kommen Sie also mit auf Bottroper Zeitreisen. Es sind spannende Touren mit vielen Aha-Erlebnissen. Wer die Geschichte kennt, sieht plötzlich Bottrop neu. Es geht los mit einem Klick auf Damals.inBottrop.net

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